Menschen verwandeln sich gern in Werwölfe

From Pasakas un teikas
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Die Knechte des Gutshofes waren dabei, den Acker zu pflügen. Der Gutsvogt überwachte sie jeden Tag bis zur Frühstückszeit, dann verschwand er. Sobald er davongegangen war, hörte man die Hirten schreien: "Der Wolf!" Nach dem Schrei verschwand dieser jedes Mal ins Gebüsch und kurz darauf kehrte der Vogt zurück. Den Knechten kam das sonderbar vor und sie beschlossen, den Vogt zu beobachten. Am nächsten Tag — sobald der Vogt im Gebüsch verschwand — schlichen die Knechte ihm nach. Dort sehen sie: Der Vogt zieht sich nackt aus, kriecht unter einer Wurzel hindurch, tritt an einen Baum, in dessen Stamm viele Holzzapfen getrieben sind, zieht sie heraus, besteckt sich damit, verwandelt sich in einen Wolf und rennt davon. Die Knechte verstopfen eine der leeren Öffnungen im Stamm. Der Wolf läuft zurück, kriecht wieder unter der Wurzel hindurch und beginnt nun, die Holzzapfen aus seinem Leib zu ziehen und sie in den Baumstamm zurückzustecken. Aber für den letzten Holzzapfen kann er keine Öffnung mehr finden. Da beginnt er, zu zittern: Wenn er das letzte Loch nicht finden kann, so bleibt ihm der Wolfsschwanz wie angewachsen. Plötzlich hört der Werwolf, dass im Wald gejagt wird. Nun kann er nicht mehr länger warten: Er stopft den Schwanz in die Hose und läuft davon. Der Gutsherr lässt den Vogt rufen: "Die Knechte beklagen sich, dass du als Werwolf gehst und Schafe reißest!" Der Vogt fleht und leugnet, aber der Herr sagt: "Wenn du kein Werwolf bist, warum hast du dann einen so dicken Hintern?" Und er befiehlt ihm, den Wolfsschwanz zu zeigen. Als der Großherr den Wolfsschwanz erblickte, verjagte er seinen Vogt. Den Zapfenbaum und den Stubben ließ er zerhacken und verbrennen.

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