Menschen verwandeln sich gern in Werwölfe

From Pasakas un teikas
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Eines Tages waren Frauen beim Wäschebleueln. Im nahen Wald weideten die Kühe der Nachbarn. Die Knechtsfrau schaute mit gierigen Augen nach dem Vieh und sagte plötzlich: "Ich habe so großes Verlangen nach Fleisch!" Sie verließ die anderen Frauen und lief ins Gebüsch. Dort zog sie sich nackt aus und rannte als Werwölfin zu dem Vieh der Nachbarn. Sie packte ein Schaf, schleppte es in den Wald und riss es. Inzwischen hatten aber die anderen Frauen — nicht in böser Absicht, sondern aus Neugierde — die Kleider der Knechtsfrau berührt und wieder zurückgelegt. Als die Werwölfin zu ihren Kleidern zurückgelaufen war, konnte sie sich nicht mehr in einen Menschen zurückverwandeln. So musste die Knechtsfrau als Werwölfin weiterleben. Sie hatte ein kleines Töchterchen, das noch nicht gut laufen konnte. Oft lief die Werwölfin zu ihrem Töchterchen auf den Hof und schmiegte sich an das Kind, wobei ihr Tränen aus den Augen rollten, als wäre sie ein Mensch.

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