Menschen verwandeln sich gern in Werwölfe

From Pasakas un teikas
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Zwei Mägde begaben sich zum Dreschen auf den Gutshof. Die eine der beiden war eine Werwölfin. Unterwegs sahen sie ein Fohlen auf der Weide. Die Werwölfin dachte: "Das würde ein prächtiges Frühstück abgeben!" Gleich darauf begann sie zu klagen, dass sie gar zu müde sei, fast von den Beinen falle und ein wenig ausruhen müsse. Soweit, so gut. Die andere war damit einverstanden, und beide legten sich hin, um ein Nickerchen zu machen. Die Werwölfin dachte jedoch gar nicht ans Schlafen, sondern beobachtete nur die Kameradin, ob sie vielleicht schon eingenickt war. Ja, sie schnarchte schon. Da lief die Werwölfin schnell in den Wald und kehrte bald in Wolfsgestalt zurück, um das Fohlen zu reißen. Sie riss es und fraß es und steckte noch ein paar Fleischstücke in ihren Brotbeutel. Dann raste sie in den Wald, um dort ihr Wolfskleid abzulegen. Bald darauf kam sie so unschuldig wie ein Lämmchen aus dem Wald hervor und weckte ihre Kameradin: Jetzt hätten sie genug geschlafen und müssten weitergehen. Die andere Magd aber hatte sich nur schlafend gestellt, in Wirklichkeit war sie wach gewesen und hatte alles beobachtet. Sie erreichten den Gutshof, als dort auch der Wachbarbauer angefahren kam und klagte, dass sein Fohlen gerissen worden sei. Da tat der anderen Magd der Bauer leid, und sie erzählte ihm, dass die Werwölfin das Fohlen gerissen habe, er könne in ihrem Brotbeutel noch Fleischreste finden. Er sah nach: Wahrhaftig, in dem Brotbeutel befanden sich Stücke der beiden Vorderkeulen. Was blieb ihnen schon übrig: Sie ertränkten die Werwölfin im See. Kurz davor rief diese noch aus: "Hätte ich das gewusst, dass du nicht schliefst, so hätte ich dich kaltgemacht!"

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