Menschen verwandeln sich gern in Werwölfe

From Pasakas un teikas
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Einmal im Sommer, als alle Pferde für die Feldarbeit benötigt wurden, begab sich ein Mann zu Fuß vom Dobe-Gutshof nach Jelgava. Beim Miltiņi-Wirtshauses, dort, wo sich die hohe Brücke befindet, gesellte sich ein anderer Fußgänger zu ihm. Nun setzten beide gemeinsam ihren Weg fort und unterhielten sich über dieses und jenes. In der Nähe von Jelgava gelangten sie an einen schönen Birkenhain, hinter dem ein Bauernhof zu sehen war. Am Rande des Haines weidete eine Stute mit ihrem Fohlen.

Die Wanderer streckten sich im Gras aus, um sich ein wenig zu erholen. Dem Mann aus Dobe, der von der langen Reise müde geworden war, fielen bereits die Augen zu, als er bemerkte, dass sein Weggefährte in den Hain verschwand, aus dem schon bald ein Werwolf hervorbrach, der zuerst das Fohlen und dann die Stute riss und verschlang. Der Mann erschrak sehr, stellte sich schlafend und wagte kein Glied zu rühren. Nachdem der Werwolf im Wald verschwunden war, kam er bald wieder zurück und legte sich neben seinen Weggefährten zu Ruhe. Aber sein Mund und seine Hände waren blutig. Nach einer Weile begann der Mann sich zu rühren und forderte auch den anderen auf, die Reise fortzusetzen. In Jelgava angekommen, wandte der Mann aus Dobe sich an das Gericht und klagte seinen Weggenossen als Werwolf an. Man gab ihm Helfer, die den Werwolf festnehmen sollten. Als sie eine Schenke betraten, fanden sie ihn Bier trinkend. Er sprach: "Ich habe einen solchen Durst, dass ich mich gar nicht satttrinken kann. Darauf sagte der Mann aus Dobe: "Wie solltest du auch keinen Durst haben, du hast ja die Stute mit ihrem Fohlen verschlungen!" Ach du Aas, du!" rief der Werwolf aus, "hätte ich nur gewusst, dass du alles beobachtest, dann würdest du jetzt hier nicht stehen!" Es kostete Mühe, ihn zu fesseln.

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