Menschen verwandeln sich gern in Werwölfe

From Pasakas un teikas
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Es lebte einmal ein Bauer. Er nahm sich eine Frau. Eines Tages schickte er sie aufs Feld. Sie ging hin und kehrte nach einer Weile mit einem Lamm zurück, das sie ihrem Mann mit den Worten übergab: "Schlachte es und iss!" Dann legte sie sich schlafen. Der Mann schickte sie ein zweites Mal aufs Feld. Da brachte sie wieder ein Lamm heim und legte sich schlafen. Da begann der Mann nachzudenken: "Es war doch sonderbar! Woher konnte sie jedes Mal so schnell Lämmer herbeischaffen?" Eines Tages schickte er seine Frau wieder aufs Feld, aber diesmal beobachtete er sie. Ja, sobald sie das Haus verließ, eilte sie zum Vorratshaus, kroch unter das Vorratshaus, zog sich nackt aus, zog sich ein Wolfsfell an und lief als Werwölfin davon. Der Mann schaute ihr zu, schließlich eilte er hinaus, holte die Kleider der Frau und versteckte sich. Schon nach kurzer Zeit bemerkt er: Sie kehrt mit einem Lamm im Maul zurück. Sie kriecht sogleich unter das Vorratshaus, winselt, schnüffelt, sucht überall nach ihren Kleidern, aber kann sie nirgends finden. Schließlich tat sie dem Mann leid und er brachte die Kleider an ihren Platz zurück. Gleich lief sie auf die Kleider zu und beschnüffelte sie, aber es war nichts zu machen: Ein anderer hatte sie berührt, sie konnte sich nicht mehr in einen Menschen zurückverwandeln. Was war nun zu machen? Sie hatte ein kleines Kindchen. Um das Kind bangte sie wohl und umkreiste das Kleine winselnd, aber alles war vergeblich: Sie war eine Wölfin und blieb eine Wölfin und das Kind floh vor ihr. Als ihr Mann und andere gute Menschen ihre Qualen sahen, machten sie dem Leben der Werwölfin ein Ende.

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