Der Mensch verwandelt sich aus Neugierde in einen Werwolf

From Pasakas un teikas
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In einem Dorf lebte der Junggeselle Zibkrišs. Die Leute redeten, dass er die fettesten Hammel und Schafe weghole. Ein Knecht, der den Acker pflügte, hatte beobachtet, wie Zibkrišs an eine krumme Birke trat und sprach: "Pfötchen hin, pfötchen her, Rumpf aus Fell, hinten ein langer Schwanz!" Dann kroch er dreimal unter einer Wurzel hindurch und verwandelte sich in einen Werwolf. Als dieser davongelaufen war, trat auch der Knecht an die Birke und sprach: "Pfötchen hin, Pfötchen her, Rumpf aus Fell, hinten ein langer Schwanz!" Dann kroch er dreimal unter der Wurzel hindurch und verwandelte sich in ebenfalls. Nun überlegte er, was er anstellen könnte. Zuerst wollte er sich seinem Pferd zeigen: Was würde es wohl machen? Sobald er sich dem Pferd gezeigt hatte, raste er samt dem Pflug so schnell nach Hause, dass die Erde hinter ihm aufwirbelte. Da begann der Knecht sich Sorgen zu machen — ja, ja, ein Wolf war er jetzt wohl, aber wie sollte er sich wieder in einen Menschen zurückverwandeln. Er beschloss nach Hause zu gehen und sich an seine Mutter zu schmiegen — vielleicht würde sie Rat wissen. Er lief nach Hause. Aber als die Leute ihn bemerkten, stürzten sie sich, mit den verschiedensten Werkzeugen bewaffnet, auf ihn und seine eigene Mutter schrie: "Dieser unverschämte Werwolf — er kommt doch am helllichten Tag auf den Hof." Da lief der Wolf in den Wald zurück und weinte so bitterlich, dass ihm die Tränen über die behaarten Wangen kullerten. Sein Herz krampfte sich bei dem Gedanken zusammen, dass nicht einmal seine eigene Mutter ihn mehr leiden mochte. Er begann zu beten. Nachdem er bereits acht Gebete gesprochen hatte und gerade dabei war, das neunte zu sprechen, hörte er eine unsichtbare Stimme: "Geh und beobachte, was Zibkrišs macht!" Der Knecht, der Wolf erhob sich sogleich und lief näher an die Birke heran, wo er sich im Gebüsch versteckte. Zibkrišs hatte ein fettes Schaf herbeigeschleppt und sprach die Worte: "Der Wolf soll wieder der Mensch werden, der er vorher war!" Dann kroch er dreimal unter der Birkenwurzel hindurch und verwandelte sich wieder in einen Menschen. Er nahm das Schaf auf die Schultern und ging davon. Nun trat auch der Knecht an die Birke und verhielt sich ebenso wie Zibkrišs: Da wurde auch er wieder ein Mensch. Seit diesem Tag hat der Knecht nie mehr versucht, sich in einen Werwolf zu verwandeln.

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