Der erlöste Werwolf

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Vor langer Zeit wurde in Atašīne (Atašiena) ein Mädchen zur Werwölfin. Ein Mann war zur Zeit der Heumahd dabei, entlegene Moorwiesen abzumähen. Nachdem er den ganzen Tag gearbeitet hatte, begab er sich am Abend zu seiner Hütte, die er sich aus Tannenzweigen errichtet hatte. Dort angekommen, machte er Feuer, kochte sich Grütze und begann zu essen. Dann sieht er: Neben der Hütte sitzt eine Werwölfin und schaut ihn ganz betrübt an: Große Tränen rollen über ihre Schnauze. Sie sitzt da und winselt. Da bekommt er Mitleid mit ihr. Er schneidet ein Stück Brot ab und wirft es ihr hin. Die Werwölfin verschlingt es heißhungrig und plötzlich steht ein schönes Mädchen vor ihm. Das Mädchen war ihm sehr dankbar und freute sich, endlich die Wolfsgestalt losgeworden zu sein. Sie erzählte, dass eine Frau sie verwandelt hatte — aus Rache, dass sie ihren Bruder nicht geheiratet hatte. Dem Mann gefiel die ehemalige Werwölfin sehr und auch sie war bereit, die Frau eines Menschen zu werden, der sie vor der Kugel des Jägers oder vor den Klauen eines reißenden Tieres errettet hatte. Ich habe selbst die Frau noch gesehen und auch ihren Mann kenne ich.

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