Wie Zauberer entstehen

From Pasakas un teikas
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Comments: Jānis Jansons aus Liel-Platone hat eine Sage aufgeschrieben (VII, I, 669, 6), in der ein russischer Steinhauer einen Stein aus der Grube wälzt. Ein Vorbeigehender ruft ihm "Gott helfe dir!" zu — da rollt der Stein in die Grube zurück.


In Sesava lebte vor langer Zeit ein Steinhauer, der bei seiner Arbeit unsichtbare Helfer hatte. Einmal musste er einen großen Stein aus einer Grube wälzen. Einer allein konnte überhaupt nicht daran denken, einen solchen Stein von der Stelle zu bewegen, fünf oder sechs Männer mit vereinten Kräften — vielleicht. Aber er schnitt etwa zehn kleine Erlenstöcke zurecht und rammte sie um die Grube herum in die Erde. Dann nahm er eine dicke Stange, schob sie unter den Stein, drückte das andere Ende der Stange langsam nach unten und ermunterte die Unsichtbaren: "Nun aber alle ran, alle ran!" Nach einigen Augenblicken — ehe man sich versah — war der Stein aus der Grube geholt. Aber der Wirtshausbursche hatte ihn heimlich beobachtet. Schließlich kam er heran und lachte den Steinhauer aus. Dieser hörte zu, schließlich packte ihn die Wut und er sagte: "Jan, wenn du kein so guter Bekannter wärst; dann müsstest du auf der Stelle blind werden. Glaubst du, du kannst mit solchen Dingen scherzen? Wenn ich mit meinem Helfern arbeite, dann kannst du offen auf uns zukommen, aber nicht dich heimlich heranschleichen und darüber noch lachen!"

Einmal im Winter bat derselbe Steinhauer, der damals auf dem Rāmaņi-Hof in Sesava lebte, den Hofbauern, ihm mit ein paar Männern zu helfen, einen großen Stein in die Stube zu wälzen. Der Stein sei voller Frost, man könne ihn nicht spalten. Es kamen noch zwei Männer, dann der Steinhauer und der Bauer — zu viert wälzten sie den großen Stein ins Haus. Als dieser jedoch aufgetaut und sich erwärmt war, trug der Steinhauer ihn mit seinen unsichtbaren Helfern ganz heimlich allein hinaus und lud ihn vor dem Vorratshaus ab. Einmal wurde in Jānišķi. Markt abgehalten. Die Leute fuhren durch Sesava zum Markt und erblickten am Straßenrand denselben Steinhauer, der mit grünen Erlenpflöcken einen Stein spaltete. Die Leute schauten zu und wunderten sich: Der Steinhauer nimmt einen Keil aus grünem Erlenholz und spaltet den Stein als wäre er eine Steckrübe.

Ein anderes Mal hatte ein Bauer bei dem Steinhauer einen Mahlstein bestellt – gegen eine Bezahlung von 30 Rubeln, zwei Hemden, einen Scheffel Bohnen, drei Paar Fäustlingen und drei Paar Strümpfen. Als der Stein fertig gehauen war, weigerte der Bauer sich, dem Steinhauer die Strümpfe und die Handschuhe zu geben, das sei nicht vereinbart gewesen. Darauf sagte der Steinhauer: "Wenn du sagst, dass das nicht vereinbart gewesen sei, so wirst du den Stein nicht mitnehmen. Ich gebe dir ihn, aber du wirst ihn nicht fortschaffen können." Gesagt, getan. Der Bauer kam mit vier Pferden an, riss das Pferdegeschirr in Fetzen, aber den Stein konnte er nicht von der Stelle bewegen. Schließlich sagte der Bauer prahlerisch: "Und ich werde ihn doch fortschaffen." Er kam mit sechs Pferden angefahren. Aber auch diesmal zerriss er nur das Pferdegeschirr, den Stein konnte er jedoch nicht fortschaffen.

Im nächsten Herbst — es war Kahlfrost — begegnete mir der Steinhauer auf dem Feld und fragte mich: "Söhnchen, ich habe schon schwache Augen, sag mir doch, wer macht sich denn an meinem Mahlstein zu schaffen?" Ich antwortete: "Ein Mann!" „Aha“, lachte er. "Diesmal werden sie ihn fortschaffen können, es wäre eine Sünde für mich, ihn noch länger schwer zu machen, aber zu Hause wird er in drei Teile zerfallen. Ich werde hinkommen und aus den einzelnen Stücken drei Mahlsteine für eine Handmühle zurechthauen — ein Paar für Dargis, das andere für Zeiluns und das dritte für Veikalis." So geschah es denn auch. Nachdem er die Mahlsteine zugehauen hatte, rief er seine Frau herbei. Er reihte die Mahlsteine auf einen Harkenstiel auf und die beiden trugen sie auf der Schulter nach Hause. Der Harkenstiel zerbrach nicht und die beiden schienen nicht schwer tragen zu müssen: Die Unsichtbaren halfen ihnen, wie sollten sie da nicht tragen können?

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