Verfluchen gleicht Zaubern

From Pasakas un teikas
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Eine Mutter hatte eine junge Tochter. Am Sonntag wollte sie tanzen gehen und zog sich neue saubere Kleider an. Sie besah sich im Spiegel und fand sich schön. "Du siehst heute wie ein Schmutzfink aus," sagte ihre Mutter. Die Tochter verließ das Haus und verschwand. Am nächsten Tag suchte man überall nach ihr, aber sie war nirgends zu finden. Kinder, die am Waldrand Kühe hüteten, hörten, dass im Gebüsch jemand weinte. Sie drangen ins Gebüsch und suchten nach der Weinenden. Da erblickte die kleine Hirtin das junge Mädchen, das in schmutzigen Kleidern auf der Erde saß und weinte. "Warum weinst du denn?“, fragte das Hirtenmädchen. "Wie soll ich denn nicht weinen! Meine Mutter hat mich einen Schmutzfink genannt, und nun siehst du, wie ich geworden bin," antwortete das Mädchen und verschwand. Die Hirtin hatte die Nachbarstochter erkannt. Sie begab sich zum Nachbarhof und erzählte der Mutter, dass sie ihre Tochter in schmutzigen Kleidern gesehen hatte. Da erinnerte sich die Mutter, dass sie ihre Tochter einen Schmutzfinken genannt hatte und wurde sehr traurig. Das Gesinde zog aus, nach der Tochter zu suchen, aber man fand sie nicht. Lange suchten sie nach ihr, aber erst im dritten Jahr fanden sie sie in einem anderen Wald, gut 50 Werst weit entfernt. Die Kleider des Mädchens waren immer noch schmutzig, so schmutzig, dass niemand sie ansehen mochte. So verbrachte sie ihr ganzes Leben; einen Mann bekam sie nicht.

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