Zauberer verfolgen andere Menschen

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

In Ušuri lebte einmal ein Bauer, den die Leute den alten Bogs (russisch bog=Gott) nannten: Jeder fürchtete sich vor seinen Hexereien. Das Getreide der Nachbarn des Bogs stand schlecht, das Vieh gedieh nicht, Bogs selbst aber hatte prächtige Getreidefelder und seine Pferde und Rinder gediehen gut. Jener Bauer hatte einen Knecht, der an keine Zaubereien glauben wollte. Eines Abends sah der Knecht, dass der Bauer in den nahen Wald verschwand. Er folgte unbemerkt nach und kam gleichzeitig mit ihm im Wald an. Da blieb der Bauer stehen und schaute sich um. Als er niemanden sah, begann er wie ein Wolf zu heulen. Der Knecht kletterte auf einen Baum und beobachtete und belauschte ihn genau. Von allen Seiten kamen Eulen herbeigeflogen. Der alte Bogs begann die abgefallenen Tannennadeln zu nagen und warf davon auch etwas den Eulen zu. Auf einmal erschien in der Luft ein heller Strich, der vor die Füße des Bogs herabfiel und sich in eine Schlange verwandelte. Der Bogs erhob seinen Blick gegen die Wipfel der Bäume und begann zu reden: "Wo viele Nadeln an den Bäumen, sie Körnchen in meinem Speicher; wieviel Vögelchen auf den Zweigen, soviel Kühe in meinen Ställen!" Als der Knecht das hörte, rief er: "Was bist du denn, dass du für dich allein soviel haben willst!" Er warf mit einem Tannenzapfen nach Bogs und rief mit lauter Stimme: "Gott, bestrafe Zauberer und alle bösen Geister!" Schreiend flogen die Eulen davon. Die Schlange erstarrte zu den Füßen des Zauberers. Er selbst aber ergriff die Flucht und lief nach Hause. Vor der Haustür fiel er zu Boden und war tot. Seit dem wogten die Getreidefelder seiner Nachbarn.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox