Zauberer verfolgen andere Menschen

From Pasakas un teikas
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Vor langer Zeit lebte in einer halbverfallenen Hütte mitten im Walde, dicht an der Landstraße, ein alter Hexenmeister, vor dem sich die Leute der Gegend sehr fürchteten. Dort war es Brauch geworden, dem Zauberer Geschenke zu bringen, wenn jemand gestorben oder geboren war oder wenn ein Paar heiratete. Einmal fuhr ein Hochzeitszug von der Kirche nach Hause. Die Hochzeiter gaben dem Zauberer aber nichts, denn Braut und Bräutigam hatten schon vorher beschlossen, ihm keine Geschenke zu überreichen. Der Hexenmeister steckte den Kopf zum Fenster hinaus und sah dem Hochzeitszug lange nach. Als die Hochzeitsgäste dann nach Hause fuhren, gaben sie dem Hexenmeister ebenfalls nichts. An der Wegkreuzung, nicht weit von der Hütte des Hexenmeisters, stand ein Kruzifix. Die Fahrer hielten vor dem Bild des Gekreuzigten an, um nach altem Brauch Gebete zu sprechen und eine glückliche Heimfahrt sowie Schutz vor Räubern und Unglück zu erbitten. Als der letzte Hochzeitsgast sein Gebet gesprochen und die Füße des gekreuzigten Gottessohnes geküsst hatte, bemerkten auf einmal alle, dass sie nur den nackten Hintern der Braut geküsst hatten. Diese hatte sich nackt ausgezogen und sich vor das Christusbild gestellt. Erst jetzt begriffen die Hochzeitsgäste, wie groß die Macht des Hexenmeisters war, und waren glücklich, noch so billig davongekommen zu sein.

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