Zauberer verfolgen andere Menschen

From Pasakas un teikas
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Eines Samstagabends kamen einige Burschen zu einem kurländischen Bauern, um Karten zu spielen. Der Bauer spielte mit, aber eine große Unruhe hielt ihn nicht im Zimmer. Er ließ die Burschen beim Kartenspiel zurück und begab sich zum Pferdestall, um nach den Pferden zu sehen. Als er sich dem Stall näherte, erblickte er drei Diebe. Da ergriff der Bauer die Flucht, denn er hatte keine Waffe bei sich. Er lief in die Korndarre und versteckte sich im Darrofen. Die Diebe folgten ihm dorthin und durchsuchten alle Winkel. Der eine meinte zwar, er könne in den Ofen gekrochen sein, aber die anderen sagten, er sei gewiss nach Hause gelaufen und man müsse ihn dorthin verfolgen. Der Bauer, der im Darrofen hockte, belauschte ihre Worte, kroch ans Korndarrenfensterchen und sah, dass die Diebe dreimal ums Haus herumgingen und sich dann wieder zum Stall begaben. Der Bauer lief ins Haus, aber alle anderen Hausbewohner schliefen. Zwar versuchte er sie zu wecken, aber vergeblich: Sie schliefen wie tot. Da ergriff er seine Büchse und näherte sich auf Umwegen dem Stall. An einer Ecke wartete er auf die Diebe. Als der erste geritten kam, erschoss er ihn; dann erschoss er auch die beiden anderen. Erst danach begab er sich zur Ruhe. Am nächsten Morgen weckte er die Burschen und zeigte ihnen, was er in der Nacht gemacht hatte. Diese wunderten sich sehr.

Alte Leute erzählen, dass es solche Worte gegeben hat. Ging man dreimal um ein Haus herum und sprach die gewissen Worte, dann schliefen alle, die im Haus waren, eine bestimmte Zeit so fest, als wären sie tot. Es soll auch Feuerworte gegeben haben. Ein Mensch, der diese (Feuerbeschwörungsworte) kannte, konnte ruhig Feuer in der Korndarre legen: Er selbst ging dann ruhig pfeifend um die Korndarre herum, der Staub wirbelte zwar, aber die Korndarre brannte nicht.

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