Hexenmeister schädigen die Ernte

From Pasakas un teikas
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Vor etwa 150 Jahren lebte auf dem Stoti-Hof in Umurga ein Schmied namens Jēkabsons, der sehr fleißig war und es zu einem beträchtlichen Wohlstand gebracht hatte. Aber die Leute erzählten von ihm, dass er ein Hexenmeister sei. Wenn die Nachbarn beim Dreschen in der Korndarre waren, trat Jēkabsons ans Fenster und machte drei Striche mit der Harke auf der Erde: Sogleich gelangte das Getreide des Nachbarn in seine eigene Korndarre. Einmal musste Jēkabsons nach Riga fahren. Er beauftragte seinen Knecht, mit der Harke zu hantieren, aber dieser hatte zu viel Getreide auf den Hof gehext. Ein anderes Mal droschen die Nachbarn, die sich vor den Zauberkünsten des Jēkabsons fürchteten, am ersten Morgen nur Tannenzweige. Und diesmal wurde die Scheune des Hexenmeisters mit Tannennadeln gefüllt. Ein Nachbar hatte Kühe, die sehr viel Milch gaben. Nun begab sich Jēkabsons nach dem Hof seines Nachbarn: Er schmierte den Hanfstampfer mit Hexensalbe ein, setzte sich darauf und flog davon. Der Hofknecht hatte es beobachtet. Nun beschmierte er das Gefäß (in dem Hanf gestampft wurde) selbst mit der Salbe und jagte dem Bauern nach. Als er ihn eingeholt hatte, rief er: "Heissa, heissa, ich komme hinterher!" Der Bauer wollte den Knecht ausschimpfen und drehte sich um, aber da stürzte er aus der Luft herab und fiel in den See. Der Knecht sah sich nach dem Bauern um und fiel ebenfalls in den See. Im Wasser war die Hexensalbe abgespült worden, so dass sie sich nicht mehr in die Luft erheben konnten. Als der Bauer nun begann, den Knecht auszuschimpfen, antwortete dieser: "Was der Bauer tut, das muss der Knecht ihm ja nachmachen!" Einmal hatte sich der Bauer aufs Feld begeben. Der Knecht betrat die Kammer des Bauern, fand dort ein schwarzes Buch und begann darin zu lesen. Sogleich füllte sich die Kammer mit fremden Männern, die von dem Knecht Arbeit verlangten. Da erschrak der Knecht und wusste nicht, was er anfangen sollte. Zum Glück kam der Bauer heim und befreite den Knecht von den fremden Männern. Er schimpfte den Knecht aus und fügte hinzu: "Lass du nur meine Knechte in Ruhe, die werden dir nichts Gutes tun!" Einmal kam ein armer Nachbar zu Jēkabsons und bat, ob er ihn nicht belehren könnte, wie er aus seiner Armut herauskommen könnte. Jēkabsons war bereit zu helfen und belehrte ihn: "Geh drei Nächte hintereinander zu der Wegkreuzung, die sich in der Nähe des Schwarzseekruges befindet. In der ersten Nacht wird dort ein starker Wind wehen, in der zweiten wird er noch heftiger sein, aber der Herr, der Menschen zu Reichtum verhilft, wird noch nicht anwesend sein. In der dritten Nacht wird jedoch ein gewaltiger Sturm ausbrechen. Mit ihm wird mein Herr erscheinen, der dich belehren wird." Der arme Nachbar ertrug den heftigen Wind der beiden ersten Nächte, aber in der dritten Nacht wagte er nicht mehr zu der Wegkreuzung zu gehen, um dort auf den schwarzen Herrn zu warten. Nun misstraute er auch dem erhofften Reichtum.

Als, der alte Stoti-Bauer gestorben war und seine Angehörigen ihn — wie es Brauch war — unter Gebeten zum Friedhof geleiteten, sprang plötzlich der Teufel an den Sarg des Jēkabsons, riss seinen Leichnam heraus und brachte ihn zum Höllenmoor, der sich nicht weit von dem Stoti-Bauernhof befindet. Der tote Hexenmeister soll noch heute in jenem Moor liegen.

Auch von dem Brunnen, den derselbe Jēkabsons auf dem Stoti-Hof gegraben hat, weiß eine Sage zu berichten. Am Tage habe das Brunnenwasser eine grüne Farbe, schmecke widerlich und sei zum Trinken nicht zu gebrauchen, aber nachts werde es rein und klar und habe einen angenehmen Geschmack.

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