Hexenmeister schädigen die Ernte

From Pasakas un teikas
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Einmal hatte ein Ährenbrecher ausgerechnet in der Johannisnacht Roggenähren auf dem Roggenfeld eines Bauern gebrochen. Zur Erntezeit suchte der Bauer einen Hexenmeister auf und bat ihn um Rat, was er mit dem Roggen machen solle. Er riet ihm, eine Teigmulde auf den abgebrochenen Roggen zu kippen, eine Kerze anzuzünden, sich auf die Mulde zu stellen und das Vaterunser zu beten. Dann müsse der Roggenbrecher sterben. Der Bauer handelte nach dem Rat des Hexenmeisters. Er ging nach Hause, holte die Teigmulde, brachte sie aufs Feld, kippte sie auf die Halme des abgebrochenen Roggens, zündete die Kerze an, stellte sich auf die Mulde und betete: "Vater unser, der du bist im Himmel." Während er noch betete, wurde ein alter Mann auf dem Nachbarhof so krank und seine Glieder wurden dermaßen von Krämpfen verzerrt, dass er nicht mehr wusste, wie er sich retten könne. Man holte den Pfarrer, aber dieser fand ihn schon nicht mehr unter den Lebenden. Das war der Mann gewesen, der den Roggen des Nachbarn abgebrochen hatte. Die Gebete hatten ihn getötet. Als der Alte im Sterben lag, wollte kein Mensch in seiner Nähe bleiben, denn er tobte, warf sich hin und her und knirschte mit den Zähnen.

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