Hexenmeister reisen mit dem Wirbelwind

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Comments: Diese Sage ist sehr verkürzt worden: Die Überlegungen des Verfassers über den Aberglauben sind weggelassen worden. Auch Jānis Jansons aus Liel-Platone hat eine Sage aufgeschrieben, nach der ein Bauer sein Messer, das er nach dem Wirbelwind geschleudert hat, bei seinem Nachbarn findet. (VII, I, 700, 5). J. Kriķis in Starti hat zwei Sagen aufgeschrieben, welche über den Kampf eines Mannes mit dem Wirbelwind berichten (Etn. II, 1892; VII, I, 704, 16. und 17.) P. Š.


Die alten Leute glaubten, dass jede Krankheit von Mensch oder Haustier nur durch das Wirken des Bösen entstand. Nicht immer brauchte der Böse (=der Teufel) selbst anwesend zu sein, denn seine Handlanger, die Hexen und die Hexenmeister, verstanden sehr wohl, auf eigene Faust ihr Unwesen zu treiben. Wenn man ihnen rechtzeitig und geschickt begegnet, dann ist es möglich, den Bösen zu überlisten und die Hexen und Hexenmeister nicht nur abzuwehren, sondern sogar zu bestrafen.

Auf dem Purvmaļi-Hof hatte der Wirbelwind in den letzten Tagen schon viel Unheil angerichtet: Er hatte die Dächer beschädigt und die Zweige der Obstbäume im Garten abgebrochen. Purvmalis, der in der Korndarre Korn windete, drohte dem Wind: "Versuche nur, auch heute wiederzukommen! Dann werde ich dich belehren!" Es dauerte nicht lange, da war der Wirbelwind zur Stelle und riss dem Purvmalis das Getreidesieb aus der Hand, wobei er die Spreu verstreute und das Dach beschädigte. Als er das sah, riss er erzürnt sein Messer aus der Tasche und schleuderte es dem Wirbelwind nach. Sogleich legte er sich auf die Schwelle der Korndarre. Dann fielen einige Blutstropfen. Das Messer aber war auf der Stelle verschwunden — als wäre es ins Wasser gefallen. Zwei oder drei Tage danach begab sich der Purvmalis nach Āžupji-Hof, wo er zu seiner großen Verwunderung sein Messer erblickte, das in einem Zaunpfahl steckte. Froh riss er es heraus und betrat das Haus. Ein alter Bauer lag stöhnend mit aufgeschlitztem Bein im Bett. Obwohl der Alte beteuerte, das Bein bei einem Unfall verletzt zu haben, ließ Purvmalis sich nicht einwickeln, denn er hatte ihn schon lange als Hexenmeister in Verdacht. Beim Weggehen ermahnte er ihn streng: "Wage es nicht, dich in Zukunft noch ein einziges Mal auf meinem Hof sehen zu lassen!"

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