Hexenmeister reisen mit dem Wirbelwind

From Pasakas un teikas
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In Dundaga lebte ein Bauer, der als großer Hexenmeister bekannt war. Er hatte zwei Knechte: Jan (Jānis) und Michel (Miķelis). Eines Abends beobachtete Jan, dass der Bauer hereinkam und mit dem Stock auf den Fußboden klopfte. Da verwandelte sich Michel in ein Pferd, das der Bauer bestieg und mit dem er davonritt. Am nächsten Tag sagte Jan zum Bauern, er möge ihm doch auch die Kunst beibringen, wie man sich in ein Pferd verwandelt. "Gut, gut", sagte dieser, "Ich habe schon längst daran gedacht!" Am Abend wurde Michel wieder zu einem Pferd, und der Bauer ritt zusammen mit Jan davon. Sie kamen vor ein hell erleuchtetes Haus. Der alte Bauer ging hinein und sagte zu Jan, er möge noch draußen bleiben und warten. Jan wartet und wartete, aber der Bauer kehrte nicht zurück. Plötzlich kam ein längst verstorbener Freund auf Jan zu und sagte, er solle fliehen, so schnell er nur könne, denn im Haus werde bereits die Hochzeit seiner Seele gefeiert. Der Freund gab ihm noch ein Butterbrot in die Hand, und Jan rief erschrocken aus: "Herr Jesu, wo soll ich denn nur bleiben!" Sogleich war das hell erleuchtete Haus verschwunden und Jan steckte bis zur Brust in einem Moor, aus dem er nicht herauskommen konnte. Da kam ihm das Butterbrot in den Sinn, das ihm sein Freund gegeben hatte. Es hatte sich in ein Stück Papier verwandelt. Darauf stand geschrieben, welche Richtung er einschlagen müsste, wenn er aus dem Sumpf herauskommen wollte. Er gelangte zu einer Waldhütte, in der Herren nach der Jagd bei ihrer Mahlzeit saßen. Der Bursche erzählte ihnen, auf welche Weise er sich verirrt hatte, und sie brachten ihn nach Hause. Aber der Bauer hat den Knecht auf der Stelle entlassen.

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