Hexenmeister reisen mit dem Wirbelwind

From Pasakas un teikas
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Es lebten einmal die Gebrüder Gusti, die beide große Hexenmeister waren. Einmal sagte der ältere: "Willst du sehen, wie der Wacholderstrauch rot wird?" Gewiss - lachten die Anwesenden. Da ging der ältere Gusts-Bruder dreimal um den Wacholderstrauch herum und der Strauch wurde rot. An einem Johannisabend sagte der jüngere Gusts zu einem Bauern, der gerade Käse aß: "Hast du denn keinen Käse, wenn du an einem Stein nagen musst?" Der Bauer wurde zornig und begann zu fluchen. Aber der jüngere Gusts lächelte nur. Der Bauer wollte von seinem Käsestück abbeißen — da hatte es sich tatsächlich in Stein verwandelt. Obwohl beide Brüder Hexenmeister waren, ist dem älteren eines Tages doch ein Unglück zugestoßen. In der Fastnacht war er durch die Landgüter von neun Herren gerannt und hatte sich dabei verspätet. Ein Hexenmeister muss noch vor dem ersten Hahnenschrei — so gegen ein Uhr nachts — wieder zu Hause sein. Wenn der Hahn mit seinem ersten Schrei den Morgen ankündigt, ist die Zeit der Teufel und der Hexenmeister vorbei und ein Hexenmeister, der vom Hahnenschrei überrascht wird, fällt an der Stelle zu Boden, wo der Schrei ihn ereilt hat. So ist es auch Gusts ergangen. Als er noch ein paar Werst von seinem Haus entfernt war, krähte der Hahn. Er flog gerade über der Korndarre des Nachbarbauern und fiel auf ihr Dach hinab. Als die Knechte des Nachbarhofes aufgestanden waren und sich zur Korndarre begaben, um Flachs zu brechen, erblickten sie Gusts, der auf dem Flachs saß. Sie holten ihn herunter, verprügelten ihn ordentlich und entließen ihn dann nach Hause.

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