Der Hexenmeister wird gestört

From Pasakas un teikas
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Comments: H. Skujiņa hat noch eine andere ähnliche Sage in Aumeistern aufgeschrieben. P. Š.


Ein Bauer hatte in seiner Nachbarschaft einen Hexenmeister. Er hatte so oft in dem Stall des Bauern sein Unwesen getrieben, dass das Vieh zu kränkeln und zu siechen begann. Der Bauer beschloss, Wache zu halten, aber lange Zeit konnte er den Hexenmeister nicht erwischen. Schließlich aber gelang es ihm doch. Er war auf folgende Weise vorgegangen: Er hatte einen großen Bottich in den Stall gewälzt und sich darunter versteckt. Ja tatsächlich, um Mitternacht knarrte die Tür: Der Hexenmeister betrat den Stall. Der Bauer warf den Bottich um und sprang mit der Laterne, die er bei sich hatte, hervor. Er durchsuchte alle Winkel, aber von dem Hexenmeister war keine Spur zu finden. Er fluchte und wollte schon ins Haus zurückkehren, als er plötzlich am Türpfosten einen großen Baumschwamm erblickte, der gestern Abend, als er den Stall betreten hatte, noch nicht da gewesen war. "Aha, Vögelchen, jetzt hab ich dich!" freute sich der Bauer, trat an die Tür und brach den Schwamm ab. Dann kehrte er ins Haus zurück und lud seine Büchse damit. Da dachte er: Was soll man nun mitten in der Nacht mit der Büchse knallen, ich will es lieber morgen früh tun. Am anderen Morgen stand er auf, nahm seine Büchse, ging hinaus, neigte sich ein wenig mehr dem Nachbarhof zu und schoss. Der Nachbarbauer war gerade damit beschäftigt, eine Heufuhr zu beladen. Als der Schuss fiel, purzelte der Nachbar von der Heufuhre herunter und war auf der Stelle tot.

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