Wohlgesinnte Zauberer

From Pasakas un teikas
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Es lebten einmal zwei Brüder. Der ältere schickte sich an zu heiraten, der jünger musste Soldat werden und in Polen dienen. Am Hochzeitstag des älteren Bruders saß der jüngere betrübt in einem polnischen Dorf. Der Bauer, bei dem er Quartier bezogen hatte, fragte ihn: "Warum bist du denn so betrübt?" – "Mein Bruder hat heute Hochzeit und ich kann nicht dabei sein!" – "Und du möchtest wohl gern auf dieser Feier sein?" – "Nun ja, das wohl". "Dann mach dich bereit! An der Ecke des Vorratshauses steht ein Pferd," sagte der Bauer. Der Soldat zog seinen Mantel an und der Bauer begleitete ihn hinaus. An der Ecke des Vorratshauses lehnte ein Besen. Der Bauer belehrte ihn, was er zu machen hätte. Der Soldat nahm ihn zwischen die Beine und sogleich verwandelte sich der Besen in einen prächtigen Hengst. "Op! " rief der Bauer. Da erhob sich der Hengst mit dem Soldaten in die Luft und brauste wie der Wind davon. Am Haus des Bruders rief der Soldat "Tprruu!" und der Hengst blieb stehen. Der Soldat betrat das Hochzeitshaus und grüßte. "Der Bruder ist gekommen, der Bruder ist gekommen!" riefen die Hochzeitsgäste durcheinander. Der Soldat schwieg, denn der Bauer hatte ihm das Reden verboten. Er aß, trank und freute sich. Vor den ersten Hähnen verließ er das Haus wieder, bestieg den Hengst und rief: "Op!" Der Hengst erhob sich in die Luft und kurz darauf kam der Soldat wieder in dem polnischen Dorf an. Der Bauer kam ihm entgegen und sagte: "Gut, dass du meinen Rat befolgt hast. Hättest du gesprochen, dann wärest du nicht mehr zurückgekommen."

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