Wohlgesinnte Zauberer

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Der ehemalige Bauer des Vimmeži-Hofes war ein großer Hexenmeister. Bei ihm konnte kein Fremder oder kein Dieb daran denken, etwas stehlen zu können: Dann erhielt er sofort seine Strafe. Er muss wohl die Worte gekannt haben, die Diebe anbinden können, wie ja sie auch der alte Jude Miķēlis kannte. Sobald nämlich jemand aus der Fuhre des Juden, der selbst ruhig schlafen konnte, nehmen wollte und seine Hand schon ausgestreckt hatte, kam er von der Fuhre nicht mehr los. Mitunter geschah es, dass der Dieb mit ausgestreckter Hand stehen bleiben musste. Solche Worte kannte also auch der Bauer des Vimmeži-Hofes in Bormaņi. Er hatte schon zur damaligen Zeit einen gut angelegten Obstgarten. Aber die Buben in der Mittagszeit und die Erwachsenen zur Nachtzeit, versuchten ihm im Herbst immer die Äpfel zu stehlen. Am nächsten Morgen konnte dann der alte Bauer feststellen, dass bei einem Apfelbaum die unteren Zweige abgebrochen, vom anderen alle Apfel verschwunden waren. Mitunter fand man das Obst zu einem Häuflein aufgeschichtet — und das konnte ja der Wind, dazu noch in völlig windstillen Nächten, nicht getan haben. Wahrscheinlich hatte ein Dieb sie in der Dunkelheit vergessen. Alles Werk der Diebe! Eines Tages beschloss Alte, dass das nun nicht mehr so weitergehen könne. Er geht um den Garten herum, dann weiter in die Korndarre und in die Stube und murmelt bei sich: "Warte nur, Bürschlein, jetzt wirst du etwas erleben!" Er legte sich ruhig schlafen und kümmerte sich in keiner Weise um den Obstgarten. In der Nacht aber kam unglücklicherweise der Sohn des Nachbarhofes, um Äpfel zu stehlen. Er ahnt nichts Arges und kriecht durch ein Loch im Zaun in den Garten. Er pflückt die Äpfel und stopft seine Taschen voll damit. Als er jedoch wieder fortgehen will, kommt er vom Baum nicht mehr los: seine Füße sind wie angebunden und — was noch schlimmer ist — er sieht ringsherum so viel Wasser, als ob es ein ganzes Meer wäre. Das war das Werk des Alten. Am nächsten Morgen geht der Alte in den Garten und sieht: Der Bursche steht wie angebunden. Da tritt er an den Apfelbaum und sagt: "Nun, mein Sohn, heute Nacht hast du meinen Garten gut bewacht. Nimm die Äpfel und geh jetzt heim, aber versuche nicht, noch einmal in meinen Garten zu gelangen — dann sei Gott dir gnädig!“ Da fiel es dem Jungen wie Schuppen von den Augen: Das Wasser war verschwunden. Aber er hat kein zweites Mal in seinem Leben mehr versucht, in einem fremden Garten Äpfel zu stehlen. Auf diese Weise hatte sich der Bauer von den Äpfeldieben befreit.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox