Tod der Hexenmeister

From Pasakas un teikas
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Comments: M. E. Bērziņš in Umurga hat eine Sage aufgeschrieben (VII, I, 698, 3), in der erzählt wird, dass der festgenommene Hexenmeister nicht verbrannt werden könne. Ein Wahrsager belehrte die Leute: "Im Herzen des Hexenmeisters lebt der Teufel. Er schläft auf der Wolle und auf den Haaren von Vieh. Man kann nur dann einen Hexenmeister töten, wenn man auf sein Herz drei Kreuze zeichnet." Als sie nach dem Rat des Wahrsagers handelten, zersprang der Hexenmeister in tausend Stücke. In seinem Herzen fand man Wolle und Viehhaare. P. Š.


Auf dem Nuļļi-Hof von Gramzda lebte ein Hexenmeister, der der ganzen Gegend großen Schaden zufügte. Als die Leute es nicht mehr ertragen konnten, beschlossen sie, ihn zu verbrennen. Man führte ihn mit verbundenen Augen zu dem Ort, an dem die Strafe vollstreckt werden sollte. "Wer jetzt die Straße überqueren wird," rief der Hexenmeister, dem werden die Augen wie Knöpfe aus der Stirn springen!" Die Leute wollten ihn prüfen: Sie ließen einen Hahn über die Straße laufen. Sobald er die Mitte der Straße erreicht hatte, sprangen ihm beide Augen aus dem Kopf. Die Leute blieben erschrocken stehen. Nach einer ganzen Weile setzten sie den Weg wieder langsam fort. Südlich von der Kirche in Gramzda, wo noch heute mitten auf dem Getreidefeld einige Kiefern stehen, war bereits ein Scheiterhaufen errichtet worden. Man hob den Hexenmeister darauf, fesselte ihn an einen Pfahl und legte Feuer an die Holzscheite. Während der Hexenmeister brannte, lagen die Leute auf den Knien und beteten. Das Holz verbrannte, der Hexenmeister aber, obwohl er angebrannt war, lebte noch. Sie legten nochmals Feuer unter ihn und begannen dann, laut weinend, ein besonderes Gebet zu sprechen. Aber auch das hat nicht geholfen — er lebte noch immer. "Was dörrt und sottet ihr mich hier," sagte er schließlich, "bittet mich lieber um Rat, dann werde ich euch sagen, mit welchem Holz man mich verbrennen kann." Sie taten es und nun zerfiel der Hexenmeister gar bald zu Asche. Seit der Zeit soll es in Gramzda keinen Hexenmeister mehr gegeben haben.

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