Tod der Hexenmeister

From Pasakas un teikas
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Ein Vater war ein großer Hexenmeister und hatte sein Leben lang Hexerei getrieben. Als er im Sterben lag, sprach er zu seinem Sohn: "Du musst jetzt mein Amt übernehmen!" Ein Hexenmeister kann nicht ruhig sterben, ehe er sein Amt nicht einem Stellvertreter und Nachfolger übergeben hat. Der Sohn fragte den Vater, auf welche Weise er ihm denn sein Amt übertragen wolle. Da sagte der Hexenmeister, der Sohn solle nur den Mund weit aufmachen: Er wolle ihm in den Mund speien und damit habe er dann sein Amt übernommen. Aber der Sohn ließ auf keinen Fall zu, dass der Hexenmeister das tat. Dieser wiederum konnte nicht sterben, ehe er sein Amt nicht auf seinen Nachfolger übertragen hatte. Er siechte lange dahin. Die Zeit verging. Der Hexenmeister stöhnte und jammerte. Damals haben die Leute noch in Korndarren gewohnt. So geschah es, dass eines Tages ein Eber hereinspaziert kam. Der Hexenmeister erhob sich mühsam von seinem Lager, schleppte sich an den Eber heran und spie ihn an. Dann fiel er zu Boden und war auf der Stelle tot. Ich weiß nur nicht zu sagen, ob aus dem Eber ein Hexenmeister geworden ist oder nicht.

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