Tod der Hexenmeister

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Comments: Auch Z. Liepiņš in Salaca hat eine Sage aufgeschrieben, in der der verstorbene Hexenmeister in der Nacht einen Hund erwürgt. H. Skujiņa schreibt aus Aumeisteri, dass bei der Beerdigung eines Hexenmeisters ein gewaltiger Knall entstand, denn der Hexenmeister platzte und der Teufel sprang aus ihm hervor. In einer anderen Sage aus Aumeisteri wird erzählt, dass dann, als der Hexenmeister zum Friedhof gebracht wurde, ein furchtbarer Sturm ausbrach, der den Hexenmeister mit seinem Sarg davontrug. In einer dritten Variante aus Aumeisteri kletterte der Hexenmeister nachts aus seinem Grabe. Man grub ihn aus, schlug ihm den Kopf ab und begrub ihn dann wieder. In einer anderen Variante aus Aumeisteri sitzt eine Kröte auf dem Sarg des Hexenmeisters, die man auf keine Weise verjagen konnte. So wurde der Sarg mit der Kröte darauf ins Grab hinabgelassen. H. Skujiņa schreibt aus Palsmane, dass man einen Hexenmeister, der immer aus dem Grab herauskroch, wieder ausgegraben und in Stücke zerhackt hat. Danach hat man ihn wieder begraben. In einer Variante aus Aumeisteri wird gesagt, dass beim Sterben des Hexenmeisters die Tür von allein aufspringt und ein schwarzes Knäuel zur Tür hinausrollt. J. Avotiņš aus Krustpils schreibt: "Der Hexenmeister wurde ausgegraben. Dann schlug man ihm den Kopf ab, legte ihn ihm zwischen die Beine und begrub ihn wieder."


Es lebte einmal ein Waldhüter, der mit den Teufeln im Bunde war. Vor seinem Tod wollte er die böse Kraft von sich abschütteln und sie auf den Gutsvogt abwälzen. Er sagte zu ihm, dass er am Karfreitag die Hostie beim Abendmahl aus dem Mund nehmen und nach Hause bringen solle, dann wolle er ihm ein großes Wunder zeigen. Gut, der Vogt tat es. Als er von der Kirche heimgekommen war, gab der Waldhüter ihm eine geladene Büchse in die Hand und führte ihn in den Wald. Dort zeigte er ihm einen Baum und sagte, er solle nach ihm schießen. Der Vogt hob das Gewehr an, aber in demselben Augenblick erschien neben dem Baum das Christuskind. Da warf er die Büchse zu Boden und rief: "Ich werde ja nicht meinen Herrn umbringen". Dann lief er so schnell er nur konnte nach dem Gutshof zurück. Darüber wurde der Waldhüter sehr zornig. Als er am Abend dem Vogt begegnete, nahm er ihm ein Versprechen ab, drei Nächte seinen Leichnam zu bewachen. Der Vogt wollte es anfangs nicht versprechen, schließlich aber tat er es doch. In der Nacht starb der Waldhüter. Der Baron ließ einen prächtigen Leichenschmaus bereiten: Der Verstorbene sei sehr klug gewesen und er wolle ihm die letzte Ehre erweisen. Der Vogt aber musste drei Nächte hintereinander bis zur Beerdigung neben dem Leichnam Wache halten. Er nahm die Bibel und einen großen Hund mit und begab sich zur Korndarre. In der ersten Nacht geschieht nichts — es ist ihm nur ein wenig sonderbar zumute. Aber in der dritten Nacht gerade um zwölf Uhr springt mit einem gewaltigen Knall der Sargdeckel hoch und der Tote stürzt heraus. Aber der Hund verfolgt ihn, sodass der Vogt nach Hause laufen kann. Der Leichnam kämpft mit dem Hund und jagt dann dem Mann nach, aber er holte ihn nicht mehr ein. Am nächsten Morgen wollte der Vogt gar nicht mehr mit den anderen die Korndarre betreten. Schließlich ließ er sich denn doch von den Leuten überreden. Sie fanden den Toten, der ruhig in seinem Sarg lag, aber auf der Erde erblickten sie den Hund, der in Stücke gerissen war. Die Träger hoben den Sarg an und wollten ihn zum Friedhof tragen. Beim Hinaustragen stieß der Sarg unbeabsichtigt an den Türpfosten. Da knurrte der Tote: "Angestoßen!" Die Träger erschraken so sehr, dass sie den Sarg fast fallen ließen. Da bemerkten sie, das aus dem Sarg zwei große Stoßzähne hervorkamen: Im Sarg lag kein Waldhüter, sondern ein großer Keiler. Die mutigeren Männer brachen die Zähne ab und nun verwandelte sich der Keiler wieder in den Waldhüter zurück. Eilends brachten sie ihn zum Friedhof und bestatteten ihn.

Jānis Biezais schreibt aus Gulbene, dass auf dem Friedhof ein Wirbelsturm ausbrach und der Zauberer mitsamt dem Sarg am Rand der Grube erschien. Als er sich aus dem Sarg erheben wollte, eilte ein "Bog" (ein Geist) herbei und schlug ihm den Kopf ab. Man legte diesen zwischen die Beine des Hexenmeisters und begrub ihn wieder. V. Līcis hat eine Sage in Līgatne aufgeschrieben, nach der der Jude Ješka sich in der Korndarre an dem Sarg des Hexenmeisters befand. Da kam ein schwarzer Mann hereingesaust, packte den Sarg, stellte ihn vor Ješka hin und befahl: "Stich ihm die Augen aus!" Ješka floh, aber der Schwarze lief ihm mit dem Sarg nach. Plötzlich bellte ein Hund, und nun verschwand der Schwarze. J. A. Jansons aus Vandzene schreibt, dass bei der Beerdigung des Hexenmeisters ein solcher Sturm mit Regen und Hagel ausbrach, dass die meisten Leute wieder nach Hause geflohen sind. P. Š.

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