Tod der Hexenmeister

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Es lebte einmal ein Hexenmeister. Er hatte drei Söhne. Der Hexenmeister wurde krank und wollte vor seinem Tod seine Zauberworte an einen der Söhne weitergeben, aber die Söhne wollten es nicht und flohen alle drei aus der Stube. Da niemand seine Zauberworte annahm, konnte er nicht sterben. Er wand und quälte sich drei Tage lang, erst dann ist er gestorben. Die Söhne wollten ihren Vater nicht beerdigen. Sie begaben sich zu einem Bettler und sagten: „Wir wollen dir das Pferd unseres Vaters schenken, wenn du ihn bestattest." Der arme Mann fertigte einen Sarg an, legte den Hexenmeister hinein und umspannte den Sarg mit vier starken Eisenreifen. Dann brachte er mit seinem Pferd den Zauberer zum Friedhof. Er machte sich um die Mittagszeit auf den Weg, denn der Friedhof war nicht weit, aber er kam und kam nicht voran. Obwohl er vorwärts fuhr, schien es, als würde das Pferd rückwärts gehen. erst als die Sonne unterging, war der Arme mit dem Hexenmeister an der Friedhofspforte angelangt. Da platzte ein Eisenreifen. Der Arme erschrak, aber er tröstete sich: "Nun, die drei anderen wenden gewiss halten." Als er ihn durch das Tor auf den Friedhof brachte, platzte der zweite. Der Arme machte sich Mut: Die beiden anderen werden halten! Auf dem Friedhof platzte auch der dritte Reifen. Der Arme wusste vor Angst nicht mehr, was er machen sollte, aber er sagte zu sich selbst: "Ich will die Sache zu Ende führen, mag da geschehen, was will!" Am Rand des offenen Grabes platzte der vierte Reifen. Der Hexenmeister sprang aus dem Sarg und rief seinem Pferd zu: "Dich wird derjenige bekommen, der mich begraben wird!" Der Arme kletterte auf einen Baum und schrie um Hilfe. Ein Herr fuhr gerade am Friedhof vorbei. Als er die Stimme hörte, sagte er zu seinem Kutscher: "Halte das Pferd an!" Der arme Mann erblickte den Herrn. Jetzt wurde er mutiger, stieg vom Baum herunter und ging auf den Herrn zu. "Warum schreist du?" fragte dieser. Der Arme erzählte ihm alles, was er mit dem Hexenmeister erlebt hatte. Da sagte der Herr: "Gut, wir werden ihn begraben!" Er ergriff sein Schwert und sprang aus der Kalesche. Der Hexenmeister legte sich sogleich wieder in den Sarg. Der Herr trat an den Sarg, hieb ihm den Kopf ab, legte ihn zu den Füßen des Hexenmeisters und sprach zu dem Armen: "Bestatte ihn jetzt!" Der Herr fuhr davon, der Arme aber beerdigte den Hexenmeister, setzte sich in den Wagen, fuhr nach Hause und lebte glücklich.

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