Die Eigenschaften der Hexen

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search
Comments: K. Bika in Gaujiena hat eine Sage aufgeschrieben, in der eine Bäuerin eine Fliege, die eine Hexe war, in heißes Brot steckt. Eine ganz ähnliche Variante hat auch Jānis Poga, Bechmanis in Bramberģe aufgeschrieben (LP, V, 19, 33). J. Treimanis aus Udze schreibt, dass man eine solche Fliege in heiße Grütze geworfen hat (V, 8, 18). In der Sage des Fr. Mūrnieks aus der Gemeinde Leja erschlägt die Bäuerin eine Wespe, die an ihre Grütze will. Die Tochter der Bauerin hatte es von der Tochter der Hexe erfahren (VII, I, 541). Vilis Runtulis in Vilce hat eine Sage aufgeschrieben, in der eine Bäuerin Weißbrot mit einer Fliege, die eine Hexe ist, in den Backofen geschoben hat (VII, I, 590, 14). Vgl. die erste Sage der vierten Unterabteilung. P.Š.


Zwei Bauernhöfe befanden sich in nächster Nachbarschaft zueinander. Auf dem Hügel lebte ein reicher Bauer, im Tal ein armer. Eines Tages kamen die Kinder des Hügelbauern zu den Kindern des Talbauern und fragten sie: "Was wird eure Mutter heute zu Mittag kochen?" – "Unsere Mutter wird heute Grütze in guter Milch kochen". – "Wenn ihr Grütze kochen werdet, werden wir auch davon bekommen," antwortete die kleine Tochter des Hügelbauern. "Wieso werdet ihr denn auch davon essen?" fragte die Tochter des Talbauern, die schon etwas größer war, die Kleine des Hügelbauern. Da erzählte die Tochter des Hügelbauern in kindlicher Unschuld, dass ihre Mutter sich um die Mittagszeit ins Bett legen werde. Dann komme eine große Fliege aus ihrem Mund hervor und diese werde zum Talhof fliegen. Dort wolle sie ein einziges Gräupchen aus der Grütze holen und wieder heimfliegen. Das Gräupchen werde sie in eine Schüssel legen, da werde diese sich mit Grütze füllen bis an den Rand. Danach werde die Fliege in den Mund der Mutter zurückfliegen und die Mutter gleich aufstehen. Die Kinder des Hügelbauern gingen wieder heim. Die Tochter des Talbauern aber erzählte ihrer Mutter, was sie von der kleinen Tochter des Hügelbauern erfahren hatte. Als die Kinder des Hügelbauern nach Hause kamen, sagte die Kleine zu ihrer Mutter: "Mutter, die Talbäuerin kocht heute Grütze in guter Milch." "So soll sie doch kochen, was kümmert das uns," antwortete die Hügelbäuerin. Die Talbäuerin kochte ihre Grütze. Als sie den Kochtopf vom Feuer nahm, kam eine große Fliege in die Küche geflogen und kreiste summend um — den Topf. Schließlich setzte sie sich auf den Topfrand. Die Bäuerin warf schnell ihre Schürze darüber, und die Fliege fiel in den Topf. Die Bäuerin holte sie heraus uns riss ihr den Kopf ab. Die Kinder des Hügelbauern warteten und warteten, aber die Mutter stand nicht auf. Sie lag im Bett. Die Vesperzeit kam, da sagte das älteste Töchterchen: "Wer weiß, wo jetzt Mutter ist?" Sie stand noch immer nicht auf. Die Mädchen versuchten sie zu wecken, aber es war vergeblich. Nun lief das größere Mädchen zum Talhof und fragte die Talbäuerin: "Nachbarmutter hast du nicht eine große Fliege erschlagen?" Ja, sie habe wohl einer großen Fliege den Kopf abgerissen, antwortete sie.

"O weh, o weh, was hast du nur getan! Jetzt ist unsere Mutter tot!" jammerte das Töchterchen des Hügelbauern. Und so war es auch. Die Hügelbäuerin stand nicht mehr auf.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox