Verwünschen und Zaubern

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Comments: Kārlis Pētersons aus Līves-Bērze hat eine Sage aufgeschrieben (Jkr. VI; LP, VII, I, 635, 6), die erzählt, dass ein Kind erkrankt sei, nachdem eine Besucherin es bewundert habe. Derselbe Sammler hat auch in Raņķi eine Sage aufgeschrieben (Jkr. VI; LP, VII, I, 635, 7), in der ein Bettler ein Kindchen als hübsch preist. Gleich darauf ist das Kind krank geworden. Nun hat man eine alte Mütze des Bettlers verbrannt und die Asche dem Kind eingegeben. Davon ist das Kind wieder gesund geworden. In einer dritten Variante (636, 8) bewundert eine Neiderin das Kind, das kurz darauf stirbt. In einer vierten Variante (636, 11) wird ein "bewundertes" Kind mit geweihter Arznei geheilt. Eine fünfte Variante (636, 12) berichtet, dass die von einem Neider bewunderten Kinder und Tiere kränkeln und siechen. Ein Mann soll so einen "neidischen Blick gehabt haben, dass er sich hüten musste, sein eigenes Vieh anzusehen. Nach einer sechsten Variante (634, 5) hat eine Hexe ein Kind so behext, dass es nur mit geweihtem Wasser geheilt werden konnte, aber seine Krankheit ging auf eine Kuh über. P. Š.


Eine Bäuerin hatte ein hübsches kleines Töchterchen. Als sie eines Tages gerade das Kind stillte, kam eine Nachbarin, ein altes Mütterchen herein. Sie betrat die Kammer der Bäuerin, ging an ihr Bett und unterhielt sich mit ihr. Als die Bäuerin das Kind gestillt hatte, küsste es die Alte und sagte: "So ein schönes Kleines!" Die Bäuerin dachte nichts Arges, und die Alte ging wieder fort. Am nächsten Tag wurde das Kind sehr unruhig. Es lag nicht still, sondern schrie und warf das Köpfchen immer zurück. Die Bäuerin hatte zwei Mägde, denen sie von der Krankheit des Kindes erzählte. Diese meinten, jemand müsse einen bösen Blick auf dem Kind geworfen haben. Die Bäuerin wartete noch einige Tage ab in der Hoffnung, der Zustand des Kindes würde sich bessern. Als das aber nicht geschah, sondern sich sein Befinden mit jedem Tag verschlimmerte, fuhr die Bäuerin zu nahen Verwandten und klagte ihnen ihren Kummer.

Nicht weit entfernt wohnte eine alte Frau, welche die Leute für eine Wahrsagerin hielten. Die Verwandten rieten der Bäuerin zu ihr zu fahren. Sie begab sich zu der Wahrsagerin und erzählte ihr alles, auch, dass die Alte das Kind geküsst hatte. Die Wahrsagerin grinste ein wenig und sagte: "Dann will ich nachsehen, was das Kind für eine Krankheit hat." Sie ging in eine kleine dunkle Kammer, kam nach einer Weile wieder zurück und sagte zur Bäuerin, dass ihr Kind verhext worden sei. Dann gab die Wahrsagerin der Bäuerin eine Arznei und belehrte sie, wie die zu gebrauchen sei. Als die Mutter nach Hause zurückgekehrt war, sah sie, dass das Kind noch unruhiger geworden war. Sie gab ihm sofort die mitgebrachte Arznei, und bereits am nächsten Tag hatte sich der Zustand des Kindes gebessert.

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