Hexen verfolgen Menschen

From Pasakas un teikas
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Auf einem Bauernhof in Ropaži trieben Geister (Gespenster) ihr Unwesen. Sie lösten im Stall das angebundene Vieh von der Kette, sie verschleppten Geschirr aus der Küche und sie ließen die Leute nicht in Frieden schlafen. Der Bauer holte einen Polizisten und ließ ihn das Haus und den Hof durchsuchen. Gegen Abend kam der Wachmann und begab sich zuerst in den Stall. Sobald es dunkel wurde, begann das Vieh zu brüllen und riss sich von den Ketten los. Da bat der Polizist flehentlich, ihn wieder aus dem Stall herauszulassen. Er konnte gegen die Geister nichts ausrichten. Später erschien ein Flachsbrecher auf dem Hof, der sich schon um Mitternacht an die Arbeit in die Korndarre begab, obwohl die Leute ihn gewarnt hatten: Es spuke dort. Der Flachsbrecher fertigte einen ordentlichen Knüppel aus Ebereschenholz an. Er holte Flachs vom den Darrbalken herunter und begann es zu brechen, aber auf einmal fing das Flachsbündel, das auf der Erde lag, an sich zu bewegen. Er kümmerte sich aber nicht darum und arbeitete einfach weiter. Da erhob sich das Bündel und schlug ihn auf den Rücken. Der Arbeiter rief ihm zu: "Sei ruhig!" Aber das Bündel hörte nicht auf, ihn zu schlagen. Da ergriff der Mann seinen Knüppel und begann das Bündel zu prügeln. Schon bei den ersten Schlägen sprang daraus ein schwarzer Kater hervor und floh in den Darrofen. Als der Flachsbrecher ihn aus dem Ofen hinaus scheuchte, sprang er auf die Darrbalken. Auch dort konnte er seinen Schlägen nicht entkommen. Schließlich rannte der Kater zur Tür hinaus.

Als der Flachsbrecher zum Frühstück erschien, wurde ihm erzählt, dass die Mutter des Bauern schwer erkrankt sei. Sie starb noch an demselben Tag. Die Leute wunderten sich, dass von da ab sich keine Geister mehr auf dem Hof blicken ließen.

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