Die Hexen verderben das Vieh

From Pasakas un teikas
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In einem Gesinde pflegten Hexen Nacht für Nacht die Kühe zu melken und die Schafe zu scheren. Da kamen eines Abends ein mutiger Knecht und eine Magd überein, den Stall zu bewachen. Sie nahmen Ebereschenzweige mit sich und legten sich in die Viehtraufe. Gesagt, getan. Da, um Mitternacht hören sie, dass jemand - tipps tapps! - durch die Luke über das Deckengebälk geschlichen kommt. "Sieh mal an", denken sie, "was wird, das wohl sein?" Aber schau einer, was da an Hexen zusammenströmte: Der ganze Viehstall war voll. Drinnen aber teilten sie sich in zwei Haufen: Die einen molken mit Melkeimern, die andern die scherten die Schafe. Während nun diese mit ihrer Arbeit beschäftigt waren, legte der Knecht sachte vor die Luke ein Kreuz aus Ebereschenzweigen, einen Zweig aber behielt er bei sich. Bald darauf waren die Schafsscherer fertig und fragten einander: "Wie viel hast du geschoren, wie viel du?" – "Ich drei, du drei, "antworteten andere, "nur der Kleinen fehlt das dritte," — Sieh da, dort in der Raufe steckt ja noch eins, nimm das unter die Schere!" antwortete eine andere, und die Hexe ging in ihrer Einfalt an das Mädchen heran und schor ihm die Haare. Diese getraute sich vor Furcht nicht, ein Wörtchen laut werden zu lassen. Unterdessen waren die Melkerinnen ebenfalls fertig. Nun machten sie sich von dannen. Aber was war denn das? Jede, die mit der Nase an die Luke stieß, prallte - baff! - zurück, fiel auf den Rücken und verschüttete die ganze Milch. Der Knecht konnte sich das Lachen nicht verkneifen – er platzte los. Jetzt rochen jene den Braten, stürzten sich ungestüm auf den Knecht und die Magd, um sie in Stücke zu reißen. Aber es gab für sie keine Möglichkeit, an die beiden heranzukommen: Sobald ihnen der Knecht den Ebereschenzweig entgegenhielt, mussten sie zurückweichen. Zum Glück näherte sich schon der Tag und in der Dämmerung wurden sie so matt, dass sie sich kaum noch rühren mochten. Jetzt stiegen der Knecht und die Magd getrost aus der Raufe und gingen in die Stube, um Menschen herbeizurufen. Aber die Dummköpfe vergaßen völlig, auch vor der Tür ein Kreuz aus Ebereschenzweigen zu legen. Während nun die Bewohner zusammeneilten, waren die Hexen schon über alle Berge.

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