Die Hexen verderben das Vieh

From Pasakas un teikas
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Vor etwa vierzig Jahren wurden auf einem Bauernhof von Rubene die Kühe jede Nacht ausgemolken: Sie waren ganz nass und gaben morgens keinen Tropfen Milch her. Als der Bauer nicht mehr wusste, was er anfangen sollte, wandte er sich an einen Hexenmeister und klagte ihm seinen Kummer. Der erzählte, dass eine Hexe die Kühe des Bauern melke und riet ihm, was er zu tun habe. Nach Mitternacht sollten alle Bewohner des Hofes hinausgehen und den Stall umzingeln. Zwei von ihnen sollten sich an der Stalltür — jeder an einer Seite — aufstellen. Dann solle man ein Röllchen schwarzes Garn nehmen und einen Faden um den Stall spannen. Um Mitternacht werde ein Tier erscheinen und im Stall verschwinden. Dann müsse man schnell die beiden Enden des Fadens mit neun Knoten zusammenknoten. Dann werde das Tier sich verfangen. Man müsse es festnehmen, seine Flügel beschneiden und es dann wieder loslassen. Am nächsten Tag würde der Schuldige wiederkommen und um etwas bitten, aber man dürfe ihm nichts geben. Der Bauer befolgte den Rat des Hexenmeisters ganz genau. Die Erzählerin, Natālija Šķiliņa, die die mutigste von allen war, stand zusammen mit dem Bauer an der Tür. Gegen Mitternacht erschien auf der Straße ein schwarzes Huhn und verschwand in den Stall. Sogleich knoteten sie die beiden Enden des Fadens zusammen. Das Huhn verfing sich darin, der Bauer packte es und beschnitt seine Flügel. Dann ließ er es los. Am nächsten Abend erschien eine alte Frau vom Nachbarhof und bat, ihr etwas zu trinken zu geben. Aber niemand gab ihr zu trinken. Dann sprang sie über den Graben und war auf der Stelle tot. Danach gaben die Kühe wieder genug Milch.

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