Die Hexen reisen

From Pasakas un teikas
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Ein Wandersmann befand sich in einem großen Wald. Er ging so lange, bis er einen Lichtschimmer erblickte. Er ging darauf zu und fand ein Häuschen, in dem eine Mutter und ihre Tochter wohnten. Dort legte er sich schlafen. Er war noch nicht eingeschlafen, als er hörte, dass die beiden Kräuter stampften. Sie stampften und stampften, da sagte plötzlich die Mutter: "Ob der Gast wirklich schläft?" Die Tochter schaute nach ihm und sagte dann: "Der schläft - und wie der schläft!" Danach rieben sich die Frauen mit der Kräutersalbe ein und sprachen: "Jetzt hinaus zum Fensterlein und hin zum Punduri-Gütlein!" Und in demselben Augenblick flogen sie zum Fenster hinaus. Der Wandersmann, der alles beobachtet hatte, rieb sich nun ebenfalls mit der Kräutersalbe ein, sprach dieselben Worte und flog auch zum Fenster hinaus den Frauen nach. Bald hatte er sie eingeholt. Die Frauen erschraken zwar, als sie den Gast erblickten, aber dann ermahnten sie ihn, zu keinem Menschen ein Wort darüber zu sagen, dafür wollten sie ihm ein prächtiges Pferd geben, zu dem er aber niemals "Huh!" und "Tprru!" sagen dürfe. Er war damit einverstanden. Aber das Pferd flog so schnell durch die Luft, dass er kaum noch Luft holen konnte. Da er es auf keine Weise anhalten konnte, rief er schließlich doch aus: "Tprru!" Aber in demselben Augenblick stürzte er polternd hinab und schlug auf einer alten Flachsbreche tödlich auf.

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