Die Hexen reisen

From Pasakas un teikas
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Comments: Sehr ähnlich dieser Sage ist das Märchen, in der der Teufel Seelen stiehlt (IV, 21, S. 236-246) P. Š.


Eine Mutter, die eine Hexe war, hatte drei Töchter. Ein Bursche wollte die jüngste Tochter heiraten. Die Leute erzählten ihm zwar, dass auch die Töchter Hexen seien, aber er wollte sich selbst davon überzeugen. Einmal belauschte der er ein Gespräch der Mutter mit den Töchtern. Sie sagte, dass an einem Ort ein Kind geboren werden sollte, die Töchter müssten dorthin eilen. Wenn das Kind, nachdem es zur Welt gekommen sein werde, niesen sollte und kein Mensch in der Nähe wäre, der "Gott, helfe!" sagt, würde das Kind ihnen gehören. Die Hexen salbten ihre Glieder ein und ritten auf Stöcken davon, um das Kind abzuholen. Der Bursche, der heimlich die Künste der Hexen beobachtet hatte, folgte ihnen. Unterwegs sagten die Töchter, dass sie sich beeilen müssten — die Bäume rauschten, es werde Gewitter geben. Bei der Geburt nieste das Kind und es war niemand in der Nähe, der "Gott, helfe!" sagen könnte. Da beeilte sich der Bursche, es zu sagen und die Hexen mussten mit leeren Händen heimkehren. Ein anderes Jahr machten sich die Hexen auf den Weg, um das neue Jahr zu begrüßen, dabei sprachen sie: "Durch alles hindurch, an allem vorbei, an nichts anstoßen!" Aber der Bursche sprach: "Nirgends hindurch, nirgends vorbei, überall anstoßen!" Als die Hexen nun zum Schornstein hinausfliegen wollten, stießen ihre Stöcke an die Wände des Schornsteins an und sie fielen zurück und verletzten sich. Die jüngste Schwester hatte sich am meisten weh getan. Sie sagte zu ihren Schwestern: "Wenn ihr wollt, so könnt ihr meinetwegen zum Teufel fliegen, ich dagegen will keine Hexe mehr sein." Der Bursche ließ sie bei Gott schwören, dass sie dem Hexentreiben entsagen wolle. Dann wurde sie mit Wasser getauft und nun nahm er sie zur Frau.

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