Hexenspucke

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Wir wurden von Hexen heimgesucht. Die Milch, die wir molken, gerann und Sahne gab es überhaupt nicht. Am anderen Morgen fanden wir Hexenspucke im Stall. Wir konnten uns auf keinerlei Weise von dem Übel befreien. Schließlich habe ich mich an einen alten Mann, den Besprecher Ančs, gewandt und ihn um Rat gebeten. Er hat mich belehrt, was wir zu tun hätten. Ein paar Tage später fanden wir wieder Hexenspucke im Stall. Wir sammelten sie auf — kein einziges Krümelchen blieb liegen — und brachten sie an den Zaun. Dort zogen wir drei Pfähle heraus, warfen die Hexenspucke in die Erdlöcher und rammten die Pfähle an ihren alten Platz ein. Am nächsten Tag kam in der Frühe die Zīļi-Bäuerin keuchend und schnaufend angerannt, dabei schwarz und blau im Gesicht, und bat darum, ihr ein wenig Wasser zum Trinken zu geben. Diese List war uns bekannt, und wir gaben ihr nichts. Es sei kein Wasser im Haus – sagten wir – sie könne ja an den Teich gehen und trinken. Nun, dann sollten wir ihr wenigstens Molke zu trinken geben. Das fehlte noch — man wird einer Hexe auch noch Molke geben! Wir hätten kein bisschen Molke, sagten wir. Da merkte die Hexe wohl, dass sich nichts bekommen würde und eilte nach Hause. Am nächsten Tag erfuhren wir, dass die beste Kuh der Zīļi-Bäuerin – kaum dass sie zu Hause angekommen war — verendet sei. Hätten wir der Hexe zu trinken gegeben, wäre gewiss eine unserer eigenen Kühe verendet. Seit der Zeit gerann unsere Milch nicht mehr und auch an Sahne hatten wir keinen Mangel mehr.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox