Hexenspucke

From Pasakas un teikas
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Auf einem Bauernhof pflegten Hexen oft die Sahne von der Milch abzuschöpfen. Beim Weggehen ließen sie überall ihre gelbliche Spucke fallen. Als die Magd eines Tages die Kühe melken wollte, fand sie am Euter einer Kuh eine große Kröte. Sie schleuderte die Kröte so heftig auf die Erde, dass Milch aufspritzte. Danach begab sich die Magd zu der alten Anīte, erzählte ihr alles und bat sie um Rat. Anīte belehrte die Frau: Sie solle die Hexenspucke in eine Flasche tun, diese fest verkorken, einen Stein daran hängen und sie in der Nähe des Mühlendammes versenken. Am nächsten Morgen würde ein Mann oder eine Frau ankommen und bitten, ihm oder ihr ein wenig zu trinken zu geben, aber das durfte man um Gottes willen nicht tun. Gesagt, getan. Die Magd befolgte den Rat der Anīte. Sie räumte alle Gefäße weg und ermahnte die anderen Hofleute, niemandem, der darum bitten würde, etwas zu trinken zu geben. Während die Magd melkte, kam Puna Rečs die Straße entlang — nahe am Verdursten. Er schleppte sich zu dem Bauer, der am Straßenrand pflügte und bat ihn, ihm etwas zu trinken zu geben. Der Bauer, der an nichts Arges dachte, schöpfte Wasser aus dem Brunnen und reichte es ihm. Puna Rečs trank und setzte dann sogleich seinen Weg fort. Die Magd schimpfte und machte dem Bauer Vorwürfe: Warum habe er nur Puna Rečs zu trinken gegeben! Aber es ließ sich nicht mehr ändern. Auf diese Weise war Puna Rečs dem sicheren Tod entkommen.

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