Hexenspucke

From Pasakas un teikas
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Einmal hat ein Bauer in der Nähe des Hauses einen Pilz erblickt, der wie ein Bovist aussah. Da kam gerade die Frau des Knechtes aus dem Haus und sagte: "Das ist ja Hexenspucke! Die werde ich anbinden!" Gesagt, getan. Die Frau rief ihren Mann herbei und verlangte, er solle ein Klettenblatt und einen Ebereschenstock herbeischaffen. (Beim Abschneiden des Ebereschenstockes muss man die Klinge des Messers zum Wipfel hin führen. Beim Heimtragen des Stockes muss man ihn am dünneren Ende halten.) Die Frau wickelte Menschenkot in das Klettenblatt, ging damit über die Grenze des Hofes auf den Grund des Nachbarn und schlug mit dem dicken Ende des Ebereschenstockes solange auf das Blattbündel ein, bis sie es zu Fetzen geschlagen hatte. Am Abend ermahnte sie den Bauer, den Eimer des Ziehbrunnens anzuschließen und alle Gefäße ins Haus zu bringen. Gesagt, getan. Am nächsten Morgen war die Bäuerin aus einer anderen Gemeinde, eine bekannte Hexe, zur Stelle: Man möge ihr doch ein paar Tropfen Wasser reichen, sie sei krank. Aber wer wird ihr schon Wasser geben! Nachdem sie lange gejammert hatte, reichte ihr schließlich das Hirtenmädchen törichterweise ein wenig Wasser in einem Krüglein. Da kroch sie — kaum wieder am Leben — davon; zu Hause musste sie noch den halben Winter das Krankenlager hüten. Da soll sie gesagt haben: "Sie hätte mich ja meinetwegen verprügeln können, aber warum hat sie mich so arg zusammengeschlagen!"

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