Hexenspucke

From Pasakas un teikas
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Die alte Runģene war eine Hexe. Einmal verdingte sich ein junger Knecht bei ihr, der seine Kühe mitbrachte. Als diese auf die Weide getrieben wurden, konnte der Hirte nicht begreifen, was mit ihnen los war: Sie liefen unruhig umher, brüllten und stießen einander, wobei die Kühe der Bäuerin jene des Knechtes schier aufspießen wollten. Da dachte die Knechtsfrau: Wenn die Kühe nur nicht verhext sind? Sie geht in den Stall und durchsucht ihn. Ja, wahrhaftig: Vor der Türschwelle findet sie — im Mist vergraben — einen großen Knochen. Was nun? Jemand rät ihr, den Knochen zu verbrennen — dann würde alles wieder in Ordnung sein. Die Frauen gingen zum anderen Ufer des Baches und verbrannten den Knochen dort. Die Kühe wurden sogleich wieder ruhig. Aber da kam die Runģene schwarz und blau im Gesicht und mit Schaum auf den Lippen — ans Feuer geeilt. Sobald sie aber den aufsteigenden Rauch eingeatmet hatte, wurde sie gesund wie alle anderen Menschen. Später fiel es den Frauen ein, dass sie die Alte nicht hätten ans Feuer lassen dürfen: Hätte sie den Rauch nicht einatmen können, wäre sie geplatzt.

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