Das Sterben der Hexen

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Comments: Kārlis Bramanis hat in der Umgebung von Riga eine Sage aufgeschrieben, laut der eine verstorbene Hexe sich eines Nachts aus dem Sarg erhebt. Der Bauer treibt sie jedoch mit einem Knüppel aus Ebereschenholz in den Sarg zurück. (LP, V, 7, 15). I. Nīders aus Alūksne hat eine Sage eingesandt, in der ein Jäger zwei Hexen erschießt, aber an deren Stelle nur ein Aschehäuflein vorfindet. P. Š.


Eine Bäuerin war als Hexe bekannt. Als sie im Sterben lag, bat sie, man möge Milch zu ihrer Beerdigung vom Nachbarhof holen. Ihr Wunsch wurde erfüllt. Aber von da ab begannen die Kühe des Nachbarbauern zu kränkeln; sie magerten ab und gaben nur bläuliches Wasser anstelle von Milch. Die Bauernleute baten einen Wohltäter um Rat. Dieser belehrte sie: Sie sollten zum Grab der verstorbenen Hexe gehen, Erde davon nach Hause tragen, ohne dabei zurückzublicken, und sie im Stall ausstreuen. Die Bäuerin begab sich mit ihrer Magd zum Friedhof und führte alles genau so aus, wie der Wohltäter geraten hatte.

Plötzlich begann ein furchtbares Fieber die Magd zu schütteln, so dass zwei Männer sie nur mit Mühe festhalten hätten können. Sie bat flehentlich, man möge sie in den Stall lassen. Als das Fieber nicht weichen wollte, wandte man sich an den Pfarrer und bat ihn um Rat. Er betete für sie und nun wich das Fieber von ihr.

Die Leute glaubten, dass die Hexe sich an der Magd gerächt habe, weil sie ihre Bäuerin zum Friedhof begleitet hatte. Wäre sie nicht mitgegangen, so hätte die Hexe die Bäuerin wahrscheinlich erwürgt. Hätte man die Magd in den Stall gelassen, so hätte sie sich wohl aufgehängt.

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