Das Sterben der Hexen

From Pasakas un teikas
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Eine Bäuerin lag auf dem Sterbebett. Als sie ihr letztes Stündlein nahen fühlte, rief sie ihre Tochter an ihr Bett und sprach: "Liebes Kind, wenn ich gestorben bin, so komm und halte Wache an meinem Leichnam." Die Tochter versprach es, und die Bäuerin ist gleich darauf gestorben. In der ersten Nacht setzte sich die Tochter neben den Sarg, der im Speicher stand, und begann im Gesangbuch zu lesen. Gegen Mitternacht hört sie, dass jemand klopft und das Klopfen immer stärker und lauter wird. Sie sieht, dass die Bäuerin sich in ihrem Sarg aufgerichtet hat und ruft, der Klopfer möge hereinkommen. Die Tür öffnet sich, ein schwarzer Herr kommt herein. Die Tochter sieht, dass er hinten einen Schwanz hat. Er geht an den Sarg der Bäuerin und unterhält sich mit ihr. Das Mädchen bekreuzigt sich vor Angst, aber die Bäuerin sagt: "Fürchte dich nicht, sondern komm nächste Nacht wieder!" Plötzlich kräht der Hahn. Da ist der schwarze Herr auf einmal verschwunden und die Bäuerin liegt wieder friedlich in ihrem Sarg. In der nächsten Nacht hält die Tochter wieder Totenwache. Um Mitternacht wird wieder an der Tür geklopft: Diesmal kommen zwei schwarze Herren herein und unterhalten sich mit der Bäuerin. Als die Hähne krähen, verschwinden die Schwätzer. In der dritten Nacht wird sehr laut geklopft. Diesmal kommen drei schwarze Herren herein. Die Bäuerin springt auf und befiehlt ihrer Tochter, ihr ein Kleid und einen Myrtenkranz zu holen. Die Tochter tut es. Die Bäuerin zieht das Kleid an und folgt den Herren. Die Tochter folgte ihr und sah, dass die Bäuerin in der Mitte ging: An jeder Seite schritt ein Schwarzer, der dritte aber ging hinter ihnen her. Als sie in das kleine Tal hinter dem Speicher gelangten, holte einer der Schwarzen aus und schlug der Bäuerin mit einer Keule auf den Kopf. Dann sind sie unter lautem Gebrumm verschwunden.

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