Das Sterben der Hexen

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Nicht weit von dem Amuli-Friedhof in Nogale liegt ein großer Stein, den man auch Šķeltais akmens (der gespaltene Stein) nennt. Dort haben sich in den Gründonnerstag- und Karfreitagnächten Hexen versammelt. Einmal wollte ein Bursche sehen, was die Hexen auf ihren Versammlungen machten. Er nahm eine Sense, versteckte sich im Gebüsch und wartete. Gegen zwölf kamen viele Hexen herbeigeritten: Einige auf einem Besenstiel, andere auf einem Brotschieber — wie sie es nur vermochten. Alle hielten hölzerne Sensen in der Hand. Sie hüpften um den Stein herum, schlugen mit den Sensen zu und riefen: Wer zuschlägt, soll nicht erkennen. Da sprang der Bursche mit seiner Sense aus dem Gebüsch hervor, schlug auf die Hexen ein und rief: Wer zuschlägt, der soll erkennen! Er hatte viele Hexen verletzt und erfuhr so später, wer sie gewesen waren.

Wegen des Hexentreibens spaltete der Donner (Pērkons) den Stein in neun Stücke. Der jetzige Stein ist nur ein Stück des damaligen großen Steines. Es geschah einmal, dass ein Mütterchen eines Abends spät am Friedhof vorbeiging. Da sah sie den Stein nicht an dessen Stelle liegen, nur ein großer schwarzer Hund lief herum. Das Mütterchen begann zu beten. Da verschwand der schwarze Hund und der gespaltene Stein lag wieder an seinem gewohnten Platz.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox