Riesen

From Pasakas un teikas
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Vor langer, langer Zeit lebte in der Gegend von Džūkste ein Riese wie man nur selten einen zu sehen bekommt. Einmal war der Krieg ausgebrochen und tobte im Lande. Der Riese hatte die Aufgabe bekommen, den Feind an der Seeseite abzuwehren, und er erfüllte sie. Eines Tages jedoch, als er ganz allein am Strand von Kemmern auf und ab ging, wurde er vom süßen Schlaf übermannt. Er legte sich auf das linke Ohr, streckte seine Riesenbeine über die Dünen weit ins Land hinein und schlief ein. Aber während er schlummerte, kamen Feinde ans Land und überfielen die Küstenbewohner. Einige waren jedoch am Ufer geblieben, um die Boote zu bewachen. Plötzlich erblickte einer von ihnen die Beine des Riesen. Sie wunderten sich sehr und konnten nicht verstehen, was das für Riesenbalken seien. Schließlich näherte sich einer und versuchte die Balken mit der Axt zu bearbeiten. Der Riese, halb wach, dachte bei sich: "Was mag das nur für eine Fliege sein, die mich so arg sticht?" Er streckte seine Hand aus, um sie zu zerdrücken, aber statt der Fliege erwischte er den Feind. Jetzt begriff er, dass das nicht mehr geheuer war. Er sprang auf, zerdrückte alle, die in der Nähe standen, und jagte dann den anderen nach. Die Menschen in ihrer Angst und Not hatten ihn aber beim Hohen Vater verklagt. Dieser hatte sich so über den Riesen geärgert, dass er mit Blitz und Donner auf den Unzuverlässigen losging. Da riss der Riese eine große Eiche aus, um gegen das Unwetter zu kämpfen. Der Baum war deshalb so groß, weil eine seiner Wurzeln bis zur Aa reichte und von dort die Feuchtigkeit ansog. An der Stelle, wo der Riese die Wurzel herausgerissen hatte, sank die Erde ein, sodass dort der Džūkste-Bach entstand. Als der Hohe Vater den Riesen mit der großen Eiche in der Hand erblickte, wurde er nur noch zorniger und stieß den Riesen samt der Eiche in die Erde. An jener Stelle ist ein großes Moor entstanden.

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