Riesen

From Pasakas un teikas
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Comments: In derselben Sammlung von A.L.-P. (VII, I) sind noch folgende, an Sagen erinnernde Erinnerungen an Riesen aufgenommen: E. Siķēns aus Vecumnieki schreibt (Etn. I, 1891. LP, VII, I, 1327, 3), dass sich im Revier des Waldhüters Akermanis in Vecumnieki ein Dorf befand. dessen Bewohner von riesiger Gestalt waren. Einmal hat sich ein Wolf auf die Beine eines der Männer gestürzt, der gerade schlief. Da rief der Riese nur aus: "Verjagt den Floh von meinem Bein!" Der Tierarzt Vītols hat Brīvzemnieks eine Sage zugesandt (1324, 3), in der sieben Brüder ein Haus errichten und die Balken auf der Schulter nach Hause tragen. A.L.-P. hat in Džūkste von Plincis eine Sage aufgeschrieben (1328, 2), in der die Ritter einen gar zu wilden Riesen hängen lassen. Dabei ist der Strick gerissen, und der Riese ist “bis auf den Grund des Galgenberges gefallen“. Zvaigžņu Andžs aus Illūkste hat eine Sage aufgeschrieben ("Balss" 1885, Nr. 8 1328, 1), in der erzählt wird, dass in Gārsene früher Riesen gelebt hätten, denen die heutigen Menschen, die dort eingewandert sind, gar nicht gefielen. Die Riesen gruben eine tiefe Grube aus und suchten darin den Tod. Naudīšnieks hat in Dobele eine wenig glaubwürdige Sage aufgeschrieben, in der (1323, 2) der Großherr von Dobele, der ein Schloss erbauen lassen wollte, zwei Riesen aus Schweden als Baumeister herbeigeholt hatte. Zu diesen zwei Riesen gesellten sich noch zwei andere: Der Krieg und die Pest. Eine solche Sage ist charakteristisch für den früheren Romantizismus. P. Š.


Die Stadt Kuldīga sei von Riesen gegründet worden. Ganz zuerst errichteten sie eine Mühle. Wenn einer der Riesen Baumholz brauchte, ging er in den Wald, fällte einen Baum, legte den Stamm auf die Schulter und trug ihn nach Hause. Dort angekommen, richtete er den fünf bis sechs Klafter hohen Baum mit der einen Hand auf, während er mit der anderen den Stamm bearbeitete. Einmal war den Riesen der Tabak ausgegangen. Da begab sich einer von ihnen in der Mittagszeit nach Sabile, um Tabak zu holen. Die Mittagszeit dauert zwei Stunden und von Kuldīga bis Sabile sind es sieben Meilen. Nachdem der Riese dort den Tabak gekauft hatte, machte er sich auf den Heimweg. Unterwegs machte er noch Rast: Er schlief eine ganze Stunde. Dann sprang er auf und eilte nach Hause. Seine Kameraden machten noch ihren Mittagsschlaf, denn die zwei Stunden waren noch nicht vorbei. Hinter der Mühle errichteten die Riesen eine Kirche. Eines Sonntags vergnügten sie sich damit, runde Scheiben zu schlagen. Als Scheiben dienten ihnen Steine, die so groß waren wie Heuschober. Dabei hat einer von ihnen einen anderen besiegt. Der Besiegte wurde sehr zornig. Er ergriff den Stein und schleuderte ihn seinem Kameraden an die Stirn. Unglücklicherweise zerschrammte die scharfe Kante des Steines die Stirn des anderen. Wütend rannte dieser dem ersten Riesen nach. Mitten im Fluss Venta holte er ihn ein; nun begannen sich beide zu prügeln. Sie stampften dabei mit den Füßen und wühlten das Flussbett auf. An der Stelle sind die Venta-Wasserfälle von Kuldīga entstanden. Schließlich ergriffen sie Falken und schlugen damit wie mit Knüppeln aufeinander ein, bis der eine am Venta-Ufer liegen blieb. Erst dann ließ der andere von ihm ab. Dann brach die Pest aus. Die Riesen von Kurland sind alle an der Pest gestorben, seit der Zeit gibt es dort keine Riesen mehr. Der Rock eines Riesen hing noch lange Zeit danach in der Kirche von Kuldīga. Das Garn, das man zum Nähen des Rockes benutzt hatte, war fingerdick, die Knöpfe waren so groß wie Wagenräder. Ein zehnjähriger Junge konnte den Rock nur mit großer Mühe heben. Der Rock war aus blauem Ton angefertigt.

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