Räuber

From Pasakas un teikas
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Einmal aß ein Soldat in einem Krug zu Mittag und schaute dabei aus dem Fenster. Er sah, dass zwei Fuhrleute vor dem Wirtshaus hielten. Sie kamen herein und sagten zu ihm, er möge beim Essen auf ihr Pferd aufpassen, sie beide wollten an die Theke gehen. Das Pferd stand die ganze Zeit da, aber als die beiden Fuhrleute den Krug verlassen wollten, sah der Soldat es nicht mehr. Sie kamen zurück und warfen ihm vor, dass er schlecht aufgepasst hätte: Das Pferd sei nicht mehr da. Nun rannten sie alle drei los und folgten den Spuren des Tieres. Sie kamen an ein großes Haus: Es war das Haus von Dieben. Man gab ihnen zu essen und zu trinken. Auch das Pferd wurde dort gefunden. Aber die beiden Fuhrleute waren selbst Mitglieder der Bande. Sie ließen den Soldaten nicht mehr fort, sondern befahlen ihm, mit ihnen zu fahren, um einen Bauern zu bestehlen. Dort hoben sie das Dach an und ließen ihn einsteigen. Er wollte das nicht, aber da drohten sie ihm den Tod an. Also stieg er ein. Aber nun begannen die Hunde zu bellen und Leute kamen aus dem Haus gerannt. Die Diebe ließen das Dach zurückfallen und suchten das Weite. Er aber war jetzt im Vorratshaus eingesperrt. Der Soldat wusste, in welchem Schrank sich Geld befand, denn das hatten ihm die Diebe gesagt und ihn mit Zangen und Brecheisen ausgerüstet. Der Bauer und seine Knechte kamen heraus und sahen sich um, konnten nichts entdecken und kehrten wieder ins Haus zurück. Der Soldat aber saß im Vorratshaus und wusste nicht, was er anfangen sollte: Sollte er versuchen, ein Loch in das Dach zu reißen oder sollte er versuchen, auf eine andere Arte hinauszugelangen? In der Dunkelheit ertastete er eine Leiter und dachte bei sich: Gut, ich will auf den Speicherboden klettern, ein Loch in das Dach brechen und hinaussteigen. Er stieg auf den Speicherboden, konnte aber nicht ins Freie gelangen. Aber er stieß in der Dunkelheit auf einen Sarg. Da dachte er: Ich will mich jetzt in den Sarg legen, später werde ich schon irgendwie herauskommen. Er hob den Sargdeckel an und sah, dass ein Toter darin lag. Jetzt wusste er, was er zu tun hatte. Er trug die Leiche in den Speicher hinunter und lehnte sie an die Tür. Selbst stellte er sich hinter ihr und hämmerte mit den Fäusten gegen die Tür. Die Leute, die bereits auf dem Hof herumgingen, hörten es und wollten nachsehen was in dem Speicher vor sich ging. Aber als sie die Tür öffneten, fiel ihnen der Tote entgegen. Da liefen sie laut schreiend ins Haus und riefen, der Tote sie wieder aufgestanden und habe gegen die Speichertür gehämmert. Sobald sie die Tür aufgemacht hätten, habe er sich auf sie gestürzt. Inzwischen hatte der Soldat den Speicher seelenruhig verlassen. Und nun ließ er sich mit Dieben nicht mehr ein.

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