Kreis Riga

From Pasakas un teikas
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Riga, 2. Früher war es nicht möglich gewesen, Riga mit einem Heer einzunehmen. Denn dort herrschte eine Frau, die eine Hexe war. Die Russen hatten oft versucht, Riga in ihre Hände zu bekommen: Sowohl mit unterirdischen Gängen, die sie ausgegraben hatten, als auch auf anderen Wegen versuchten sie, sich der Stadt zu nähern, aber es war vergeblich. Die Herrscherin verwandelte sich in eine Elster, flog umher und vernichtete fast das ganze Heer. Der russische Zar schickte sich bereits an, die umlagerte Stadt aufzugeben und sich mit seinen Soldaten zurückzuziehen, als ein Soldat namens Peter auf ihn zukam und sprach: "Ich könnte Riga einnehmen, aber dann muss ich drei Tage später sterben. Die Elster, die hier umherfliegt hindert uns daran, die Schlacht zu gewinnen. Sie ist die Herrscherin von Riga. Wenn wir sie töten würden, dann würde die Stadt sich ergeben, aber ich müsste sterben." Der Zar versprach dem Soldaten und seinen Verwandten große Reichtümer, wenn er die Elster töten würde. Aber dieser antwortete: "Ich habe weder Kinder noch Verwandte, ich bin ganz allein auf dieser Welt. Aber wenn du, Zar, mir versprichst, eine Kirche erbauen und sie nach mir die Petruskirche nennen zu lassen, dann will ich die Elster erschießen. Dafür benötige ich neun silberne Kugeln, jede dreimal schwerer als die vorige. Außerdem muss jede der Kugeln drei Zeichen tragen." Der Zar versprach ihm alles, wenn er nur Riga einnehmen könnte. Da sagte der Soldat: "Wir müssen Riga noch einmal angreifen. Dann wird die Elster uns entgegenfliegen, so dass man sie erschießen kann." Der Zar gab ihm alles, was er benötigte und befahl einen neuen Angriff auf die Stadt. Die Elster kam ihnen entgegengeflogen und Peter schoss nach ihr, aber auch die Elster schoss nach Peter. Beide Kugeln, die von Peter und die von der Elster, stießen gegen zusammen. Da schossen sie ein zweites Mal, auch diesmal prallten die Kugeln zusammen, aber die von Peter warf jene der Elster zurück. Die dritte Kugel von Peter warf die Hexenkugel noch weiter zurück. Das steigerte sich mit jeder neuen Kugel, bis schließlich beide Kugeln in die Brust der Hexe drangen: Sie fiel zu Boden und erlosch. Die Stadt Riga ergab sich. Der Zar ließ eine Kirche erbauen und gab ihr nach dem Sieger der Schlacht, dem Soldaten Peter, den Namen Petruskirche. Diese Kirche steht noch heute in Riga. Die Hexe aber soll in jeder Silvesternacht aus der Düna hervorkommen und fragen: "Ist Riga schon fertig?" Eine andere Stimme antwortet ihr: "Nein, noch nicht! Noch gehört sie Peter. Sollte die Stimme eines Tages antworten: "Ja, sie ist fertig", würde Riga mit allen Bewohnern in die Düna versinken und zur Wohnstätte der Hexe werden.

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