Kreis Riga

From Pasakas un teikas
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Nītaure. Dort, wo heute die lutherische Kirche von Nītaure steht, erhob sich in alten Zeiten ein prächtiges Schloss. Das Schloss ist im Krieg zerstört worden, und der Schlossherr mit seiner Familie ist mit der Kalesche in das Moor, das unweit von der heutigen Kirche liegt, gefahren und dort versunken, um nicht lebend in die Hände der Feinde zu fallen. Sein Geld und seine Schätze hatte er schon am Tag vorher in einen Sarg geschüttet, den er in eine Quelle ohne Boden, die in dem Moor entsprang, versenken ließ. Einmal ging um Mitternacht ein junger Bursche an der Quelle vorbei und bemerkte, dass das Wasser stark brodelte. Gleich darauf erhob sich ein gewaltiger Sturm und der Geldsarg rollte ans Ufer der Quelle. Da dachte der Bursche, dass das Geld wahrscheinlich für ihn bestimmt sei und packte den Sarg an, aber in dem selben Augenblick stieß der Sturm den Burschen samt Sarg in die Quelle. Zum Glück vermochte er noch auszurufen: "Gott, hilf mir!" Sobald er die Worte ausgesprochen hatte, gelang es ihm noch, obwohl halb tot und völlig durchnässt, ans Ufer zu kommen.

Es wird weiter erzählt, dass es nicht leicht gewesen sei für den Feind, das damalige Schloss von Nītaure zu zerstören. Schließlich hatten die Soldaten während der Nacht den sogenannten Wall- oder Livenberg zusammengetragen. Von diesem Hügel aus beschossen sie beim Sonnenaufgang das Schloss und brachten es schließlich zum Einsturz. Noch heute kann man am Ufer des Nītaure-Sees ein paar Klafter hohe Mauern sehen. In diesen Mauern waren früher noch Öffnungen erhalten geblieben, durch die man in tiefe Keller hineinschauen konnte. Einmal hat man einen jungen Burschen in die Kellerräume hinabgelassen, um zu erfahren, was sie bargen, aber der Bursche kam nicht wieder heraus. (Andere erzählen, dass man einen Stummen in die Keller hinabgelassen hatte, aber der Stumme konnte — da er stumm war — nichts berichten.)

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