Kreis Madona

From Pasakas un teikas
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Cesvaine, 1. An der Stelle, wo heute die Kirche steht, erhob sich in alten Zeiten die herrschaftliche Burg. Dem russischen Heer war es nicht gelungen, die Burg einzunehmen, denn die Russen konnten nicht in Erfahrung bringen, an welcher Stelle sich das Burgtor befand. Da trugen die Soldaten in Säcken und Beuteln soviel Erde zusammen, dass sie am Ufer der Cesvaine, östlich von der Kirche, runde und viereckige Hügel errichten konnten. Auf den so zusammengetragenen Hügeln stellten sie ihre Kanonen auf und beschossen die Burg. Eigentlich gab es zwei Burgen: Augšas pils und Lejas pils (die Obere und die Untere Burg). Die Obere Burg erhob sich auf einem festen Lehmberg. Die Russen konnten sich nicht in den Berg eingraben, deshalb konnten sie die Burg nicht erobern. In der Oberen Burg gab es genügend Brot, man hatte dort auch einen Brunnen; so konnte man ihren Bewohnern nichts anhaben. Als das Heer gegen die Burg nichts ausrichten konnte, zog es über den Karatu kalns in die Richtung nach Riga davon. Die Burgbewohner bemerkten es, freuten sich und schickten eine Magd zum Soldatenbrunnen in der Nähe des Šlakas-Wirtshauses, um Wasser zu holen. Zum Unglück der Burgbewohner war einer der Soldaten auf dem Karatu kalns eingeschlafen. Als er erwachte, sah er, dass sich ein steinernes Tor in der Schlossmauer öffnete, eine Magd mit einem Tragjoch auf den Schultern herauskam und sich zum Brunnen begab, um Wasser zu schöpfen. Der Soldat merkte sich gut die Stelle, an der sich das Tor befand. Er nahm die Beine in die Hand und rannte seinem Regiment nach, das er nicht weit von Kārzdaba. einholte, wo seine Kameraden die Kanonen gerade über das steile Ufer des Urdava-Baches zogen. Der Soldat meldete seinem Offizier, dass er das Tor gesehen und sich die Stelle in der Mauer gemerkt habe. Der Offizier wollte ihm erst keinen Glauben schenken, aber schließlich schickte er doch Reiter zusammen mit dem Soldaten los, um sich von der Wahrheit zu überzeugen. Als ihnen der Offizier mit den anderen Soldaten folgte, hatten die Reiter das Tor schon gefunden und zerstört, so dass das Heer ungehindert in die Burg eindringen konnte. Sie fanden die Wasserträgerin und schickten sie hinaus, damit ihr nichts geschehe; dann zerstörten sie die Burg, so dass kein Stein auf dem anderen blieb. Später hat man aus den Mauerresten der Burg die Kirche erbaut. An der Stelle der Burgmauer hat man Bäume gepflanzt, die dort noch heute grünen, aber die Kirche ist später neu errichtet worden. Der Offizier soll die Magd geheiratet haben, und der Kaiser soll ihm als Belohnung für die Eroberung der Burg Kārzdaba geschenkt haben. Die Grenzen jenes Gutes reichten bis zur Unteren Burg .Eigentlich gingen die Grenzen entlang des Auguļi-Flüsschens von Cesvaine; aber die Wälder wurden Kārzdaba von den besten Pāži-Forsten zugewiesen, mitsamt allen Wiesen im Žurkļa-Moor. Die Ober- oder die Mālu pils (Lehmburg) gehörte nun dem Offizier und er, der ein gottes-fürchtiger Mann war, ließ die genannte Kirche errichten. Nach einigen Jahren nahm die Krone ihm das Kārzdaba-Gut wieder weg, aber die Herren verstanden es doch so einzurichten, dass sie die Wälder, die Wiesen und den größten Teil des Ackerlandes behielten und nur ein kleines Stück Land bis zum Flüsschen Urdava als zu Kārzdaba gehöhrig, abgaben. So ist es gekommen, dass Kārzdaba noch heute so gut wie keinen Wald besitzt.

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