Kreis Tukums

From Pasakas un teikas
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Tukums. Früher stand auf dem Berg von Tukums eine Burg, aber eines Nachts ist sie samt ihren Bewohnern versunken. An der Stelle, wo die Burg versunken ist, ist eine ziemlich große Öffnung zurückgeblieben. Ein mutiger Mann wurde ausfindig gemacht, der bereit war, in die Öffnung hinabzusteigen, wenn er dafür Freibrot bis an sein Lebensende bekommen würde. Er wurde durch die Öffnung hinuntergelassen und fand unten ein blankes goldenes Tor. Als er das Tor öffnete, erstrahlte alles in Gold, Silber und Diamanten. Nicht weit von dem ersten Tor befand sich noch ein zweites. Als er das zweite Tor geöffnet hatte, betrat er eine Welt, die ganz und gar der Oberwelt, aus der er gekommen war, glich. Viele Leute waren bei der Arbeit, viele eilten hin und her. Nach einer Weile kamen die unterirdischen Menschen auf ihn zu und befahlen ihm zu gehen. Er wollte jedoch nicht gehorchen, bis sie ein zweites Mal ihm streng befahlen, sogleich davonzugehen, da es ihm andernfalls sehr schlecht ergehen würde. Da bewegte der Mann den Strick und wurde wieder hinaufgezogen. Sogleich hat man begonnen, nach den schönen Edelsteinen zu graben, aber die Wände der Grube, die am Tag ausgegraben wurde, stürzten in der Nacht wieder ein.

Noch heute soll es in der Nähe des Berges spuken. Einmal bemerkte ein Mann, der gegen Mitternacht von Tukums nach Hause ging, am Rande des Berges ein helles Feuerchen. Ein alter Mann saß an dem Feuer und wärmte sich. Der Mann bot dem Alten "Guten Abend", aber der Alte dankte nicht. Da zündete der Mann sein Pfeiflein an und wollte ein Gespräch beginnen, aber der Alte saß wie stumm da. "Mit unfreundlichen Leuten mag ich nicht reden!", rief schließlich der Mann ärgerlich aus und ging davon. Aber — welches Wunder! — am nächsten Morgen fand er in seiner Pfeife keine Asche, sondern Dukaten.

Einmal wiederum träumte ein Bauer, dass nicht weit von dem genannten Berg, an der und der Stelle, neben dem und dem Stein Geld zu finden sei. Der Bauer lachte nur über den Traum. Aber in der nächsten Nacht wurde er von einem Zwerglein geweckt, das ihn aufforderte, am nächsten Tag in der Mittagszeit neben dem schon genannten Stein zu graben. Bevor der Zwerg verschwand, ermahnte er ihn noch, sich ja nicht zu fürchten — dann würde er Geld wie Spreu haben. Der Bauer nahm seinen Bruder mit und beide begannen zu graben. Nach einer Weile stieß der Spaten auf einen großen Geldkessel. Die Schatzsucher waren sehr erfreut und machten sich daran, den schweren Kessel aus der Erde zu heben, wobei sie zunächst gar nicht bemerkt hatten, dass hinter ihnen zähnefletschend ein gewaltig großer schwarzer Bär, der mit Ketten gefesselt war, lag und sich gerade anschickte, sie zu zerreißen. Als sie den Bären erblickten, erschraken sie so, dass der Geldkessel — wer weiß für wie lange Jahre — wieder in die Erde versank.

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