Kreis Ventspils

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Dundaga, 6. Einmal, in alten Zeiten, befand sich in der Mitte des Dundaga-Sees eine kleine Insel, auf der sich ein Felsblock erhob. Auf dem bemoosten Fels stand ein längst vergessenes Schloss. Am Fenster einer kleinen Kammer stand dort eine weiße Frau. Keiner der Bewohner von Dundaga. wagte es, sich dem Schloss zu nähern, aber einmal beschloss ein übermütiger Ritter, der von dem Schloss gehört hatte, es zu besuchen. In einer dunklen Johannisnacht ging der Ritter zum See hinunter, bestieg ein Boot und näherte sich langsam dem Schloss. Als der Ritter vor dem Schlosstor stand, betrachtete er es sehr genau. Das Tor war aus Eisen und so schwer, dass der Ritter große Mühe hatte, es zu öffnen. Hinter dem Tor befand sich ein langer dunkler Gang. Der Ritter schritt den dunklen Gang entlang, bis er an eine Tür kam, die sich mühelos öffnen ließ. Dort erblickte er die weiße Frau. Die weiße Frau war so in Gedanken versunken, dass sie sein Eintreten gar nicht bemerkt hatte. Da zog der Ritter sein Schwert und stieß es der weißen Frau in die Brust. "Oh weh!", rief die weiße Frau aus, indem sie in ihren Stuhl zurücksank, "Mein Stern erlischt!" Dann verschwand sie langsam vor den Augen des Fremden und hinterließ einen feurigen Streifen hinter sich. Der Ritter war von allem, was er gesehen hatte, so erschrocken, dass er auf der Stelle verstarb. Das schöne Schloss und die Insel sind versunken. Noch jetzt hört man in der Johannisnacht mitten auf dem See wehklagen.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox