Latgale (Letgallen)

From Pasakas un teikas
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Ēversmuiža. In der Nähe von Ēversmuiža erhebt sich am Ufer des Flusses ein schöner mit Kiefern bewachsener Hügel. Oben auf dem Hügel befindet sich eine etwa fünf Klafter breite Grube. An der Stelle, wo sich heute die Grube befindet, stand früher eine Kirche. Eines Tages ist die Kirche in die Erde versunken, und deshalb befindet sich an der Stelle noch immer eine Grube. Wenn die Glocken der Kirche von E. zum Gottesdienst läuten, hört jeder, der zufällig auf dem Hügel steht, dass auch tief unten Glocken läuten. Auf dem Hügel wandeln verschiedene Gespenster. Einmal ist ein Mädchen am Berg vorbeigegangen und hat oben auf dem Hügel einen weißen Mann erblickt. Das Mädchen erschrak und ergriff die Flucht, aber der Weiße rannte ihr nach. Er holte sie ein und wollte sie zum Hügel zurückführen, aber sie folgte ihm nicht und begann mit ihm zu ringen. Er hatte ihr fast die Kleider vom Leibe gerissen, bis sie sich schließlich befreien konnte.

Einmal ist mein Großvater um Mitternacht von der Mühle nach Hause gefahren. Die Nacht war sehr dunkel, er konnte keine fünf Klafter weit vor sich sehen. Als er den Hügel erreicht hatte, bemerkte er, dass ein schwarz berockter, furchterregend aussehender Mann neben ihm herschritt. Er erschrak gewaltig, aber es war nichts zu machen. Er musste weiterfahren, aber der Schwarze ließ nicht von ihm ab. So setzten sie den Weg eine ganze Weile zusammen fort. Plötzlich krähte der Hahn. Da verschwand der Schwarze, als wäre er auf der Stelle in die Erde versunken. Als der Großvater schließlich heimkam, lag er zwei Wochen krank. Seit der Zeit ist er nie mehr allein nachts an dem Hügel vorbeigefahren.

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