Das Leben der Menschen in der ältesten Zeit

From Pasakas un teikas
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In alten Zeiten, als Familiennamen verteilt wurden, soll sich Folgendes zugetragen haben. Ein stolzer Bauer wurde allgemein Vērsis (der Ochs) genannt. Dieser Name war auch in den Gemeinderollen als sein Familienname eingetragen worden. Der Bauer war mit einem solchen Namen gar nicht zufrieden. Er füllte einen Eimer mit Butter und machte sich auf den Weg zum Pfarrhof. Der Bauer betrat die Küche des Pfarrers. Die Küche war leer. Er stellte den Buttereimer auf den Tisch, und wartete. Bald darauf kam der Pfarrer herein. Der Bauer küsste ihm die Hand. Der Pfarrer warf einen Blick auf den Buttereimer: Es waren gewiss gut zwanzig Pfund Butter. Freundlich erkundigte er sich nach dem Anliegen des Bauern. Der Bauer bat den Pfarrer, seinen Namen in Naudiņš (=Geldchen) zu ändern. Der Pfarrer führte den Bauer in seine Schreibstube und änderte Vērsis in Naudiņš ab.

Aber der Bauer war ein großer Geizkragen. Er konnte sich nicht von seinem Buttereimer trennen. Nachdem er sich vom Pfarrer verabschiedet hatte, schlich er in die Küche hinaus und nahm den Buttereimer wieder mit. Er glaubte, man würde ihn bei seinem alten Namen nicht mehr rufen, denn der Pfarrer hatte ihn ja umgeschrieben.

Der Pfarrer hatte jedoch bemerkt, dass der Bauer den Buttereimer wieder davontrug. Er lief vor die Küchentür und schrie ihm nach: "Ein Ochse bist du gewesen und ein Ochse wirst du bleiben!"

So muss der Bauer noch heute den Namen Vērsis tragen.

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