Das Leben der Herrschaft

From Pasakas un teikas
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In der Nacht zum 1. April 1872 zerstörte eine furchtbare Feuersbrunst die Burg von Dundaga.

Die Burg von Dundaga war 1249 von dem Ordensmeister Dietrich von Grüningen erbaut worden. Ihre Blütezeit erlebte Dundaga unter der Herrschaft der Anna Sibylle von Osten-Sakken. Diese war in erster Ehe mit dem Landrat Friedrich von Bülow verheiratet. In zweiter Ehe war sie mit Otto Ernst von Maidel, dem Präsidenten des Stiftes von Piltene, der 1670 kinderlos gestorben ist, verheiratet. Sie ließ viele Bilder in dem Rittersaal und ein Bildwerk in der Gemeindekirche, in der sie später beigesetzt wurde, restaurieren. Sie ließ die Leuchttürme am Horn von Kolka erbauen, wofür ihr die Stadt Riga sehr dankbar war, so dass sie in Riga mit großen Ehren, Jubel und Glockengeläut empfangen wurde. Sie ließ außerdem bei Sīkrags einen Hafen ausbauen, von dem aus Schiffe, die sie ebenfalls erbauen ließ, die Erzeugnisse des Landes übers Meer brachten. Es wird auch erzählt, dass sie alle Männer von Dundaga bewaffnen ließ. Selbst sei sie, als Mann verkleidet, an deren Spitze gegen den Bischof von Piltene geritten, der mit seinen Kriegern gegen Dundaga gezogen war, und habe ihn ein für alle Mal von ihren Grenzen verjagt.

Die Feuersbrunst vom 1. April 1872 hat viele geschichtliche Werte verschlungen. Man glaubt, dass das Feuer wegen Leichtsinns im Viehstall ausgebrochen sei. 200 Stück Vieh und 50 Pferde sind dem Feuer zum Opfer gefallen, das schließlich auf das Schindeldach der Schlosskirche übersprang. Der Turm, die Zierde der ganzen Gegend, brach mit gewaltigem Getöse zusammen. Von dort aus ergriff das Feuer die hölzerne Galerie auf der Innenseite des Schlosshofes, die die Damen früher bei ihren täglichen Spaziergängen benutzt hatten. Da es keine Löschgeräte gab, der Schlossbesitzer und seine Familie in Deutschland lebten und der Großteil der Dienerschaft nicht zu Hause war, konnte nur wenig gerettet werden. Mit Mühe und Not sind Silber, Archivalien, einige Ahnenbilder und die berühmte Wiege dem Feuer entrissen worden. Eine Bauerin, der unter Lebensgefahr die Wiege aus der Kammer der grünen Jungfrau herausgeholt hatte, überreichte sie dem heimgekehrten Besitzer mit den Worten: "Lieber Herr, es ist mir gelungen, das Glück von Dundaga zu retten!" Das Innere des Schlosses ist völlig ausgebrannt: der Rittersaal mit unersetzlichen Altertumswerten, die Kammer der grünen Jungfrau, die wunderschöne Schlosskirche, alles das wurde in einigen Stunden Opfer der Flammen. Nur die rauchgeschwärzten zwölf Fuß dicken Mauern sind übrig geblieben.

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