Quälen und Foltern

From Pasakas un teikas
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Das ehemalige Vijciems-Gut befand sich an der Stelle, wo heute der Friedhof liegt. Damals gehörte das Gut einem Baron Wolf. Der Baron befahl den Gutsmägden zu jedem Fest eine bestimmte Menge sehr feinen Garnes zu spinnen. Die Mägde, die mit der aufgetragenen Arbeit nicht fertig geworden waren, wurden an Pfähle, die vor dem Schloss standen, angebunden und mit Öl übergossen. Dann rief er seine Gäste, die Herren der Nachbargüter, herbei und befahl dem Henker, Feuer an die Arme der Mägde zu legen. Noch heute sieht man in manchen Nächten zwischen den Erlen, die auf dem Friedhof stehen, Flammen zucken.

Gerüchte über die Gräueltaten des Barons Wolf kamen sogar Kaiser Alexander zu Ohren. Als sich wieder einmal ein Ehrentag des Barons Wolf näherte, ließ der Kaiser sich nach Valka fahren und setzte dann zu Fuß seinen Weg nach Vijciems fort. In einem Gasthaus am Ufer der Gauja hat der Kaiser Bier getrunken. Da es allen Fremden und auch den Bauern der Umgebung verboten war, am Ehrentag des Barons auf dem Gutshof zu erscheinen, der nur von seinen Gästen besucht werden durfte, meldete der Wirt dem Baron, dass ein fremder Reisender eingetroffen sei. Der Baron schickte seine Knechte aus und ließ den Kaiser gefangen nehmen. Die Knechte nahmen den Kaiser fest und warfen ihn ins Gefängnis. Durch das Gefängnisfenster konnte er den Schlosshof übersehen. Als der Henker sich schon anschickte, die Arme der Mägde anzuzünden, schlug der Kaiser das Fenster ein und begann zu schreien. Der Baron ließ den Kaiser holen und fragte ihn, wer er sei. Der Kaiser zeigte ihm seine Papiere, befahl ihm, die Mägde zu befreien und bestrafte den Baron. Von da ab wurden die Mägde auf dem Gutshof Vijciems. nicht mehr gefoltert.

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